Jens Spahn: Baby durch Leihmutter – Alle Fakten zur umstrittenen Methode
Spahn-Baby: Was man zur Leihmutterschaft wissen muss

Baby-Glück bei Spahn: Freude und Diskussion

Große Baby-Freude bei Unionsfraktionschef Jens Spahn (46) und seinem Ehemann Daniel Funke (44): Ihr Sohn Georg kam in den USA mithilfe einer Leihmutter zur Welt. Doch auf die Glückwünsche folgte sofort eine hitzige Diskussion. Der Grund: In Deutschland ist Leihmutterschaft verboten. Seitdem wird heftig über Recht, Moral und Politik gestritten. BILD gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ist Leihmutterschaft in Deutschland erlaubt?

Nein! Leihmutterschaft und ihre Vermittlung sind in Deutschland verboten. Verträge darüber gelten als sittenwidrig und sind rechtlich unwirksam. Als Mutter gilt nach deutschem Recht immer die Frau, die das Kind geboren hat. Strafbar machen sich allerdings nicht die sogenannten Wunscheltern, wenn sie im Ausland eine Leihmutter in Anspruch nehmen. Schwieriger wird anschließend die Einreise des Kindes nach Deutschland. Die Behörden prüfen unter anderem Abstammung und Staatsangehörigkeit. Laut Bundesjustizministerium können Wunscheltern im Einzelfall rechtlich als Eltern anerkannt werden – wenn mindestens ein Elternteil genetisch mit dem Kind verwandt ist. Spahn selbst sagte BILD: „Mein Mann ist Papa geworden, und ich mit ihm.“

Was kostet eine Leihmutterschaft?

Vor allem Agenturen in Nordamerika vermitteln Leihmütter. Sie werben damit, das „perfekte Match“ zwischen Eltern und Leihmutter zu finden und den gesamten Ablauf medizinisch und rechtlich zu begleiten. Ein US-Anbieter nennt Gesamtkosten von 140.000 bis 160.000 Dollar (rund 122.000 bis 140.000 Euro). Wissenschaftliche Studien gehen sogar von Ausgaben bis zu 200.000 Dollar aus. In anderen Ländern ist es deutlich günstiger. Im Internet werden Programme bereits ab 37.500 Euro angeboten. Für die Ukraine nennt ein Anbieter 49.000 Euro, mit Wunschgeschlecht des Kindes 59.000 Euro. Nach Angaben einer Beratungswebsite macht die Vergütung der Leihmutter etwa die Hälfte der Gesamtkosten aus.

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Wo ist Leihmutterschaft erlaubt?

In den USA ist Leihmutterschaft grundsätzlich legal, die Details regeln die einzelnen Bundesstaaten. Dort dürfen Leihmütter auch bezahlt werden. Kanada erlaubt dagegen nur eine sogenannte altruistische, also uneigennützige Leihmutterschaft. Deshalb werden Auslagen ersetzt, eine Bezahlung ist nicht zulässig. Innerhalb der EU gibt es keine einheitlichen Regeln. Griechenland erlaubt Leihmutterschaften unter strengen Auflagen und mit gerichtlicher Genehmigung. Die Ukraine war lange ein wichtiges Zielland für kommerzielle Leihmutterschaften, der russische Angriffskrieg hat viele Verfahren jedoch erschwert.

Wie läuft eine Leihmutterschaft ab?

Vor einer Schwangerschaft werden Leihmütter medizinisch untersucht und müssen strenge Vorgaben einhalten – etwa auf Alkohol und Zigaretten verzichten. Der Embryo entsteht durch künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers und wird anschließend in die Gebärmutter der Leihmutter eingesetzt. Dafür ist eine hormonelle Vorbereitung notwendig. Häufig sind mehrere Versuche nötig, bevor eine Schwangerschaft eintritt. Während der Schwangerschaft werden Mutter und Kind engmaschig medizinisch betreut.

Wie viele schwule Paare in Deutschland haben Kinder?

Regenbogenfamilien sind längst keine Seltenheit. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lebten nach den aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2024 rund 31.000 gleichgeschlechtliche Paare mit Kindern in Deutschland, darunter 9000 Männerpaare. Insgesamt wachsen 50.000 Kinder in Regenbogenfamilien auf, einschließlich erwachsener Kinder sind es sogar 62.000.

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