Amoklauf in Stade: Geschwister (3 und 4) nach Tod beider Eltern Waisen
Stade-Killer macht Geschwister zu Waisen

Zwei kleine Kinder aus Stade in Niedersachsen sind innerhalb weniger Wochen Vollwaisen geworden. Ihr Vater starb am 9. Juni, ihre Mutter wurde am Montag bei einem Amoklauf in einer Mutter-Kind-Einrichtung erschossen. Die Geschwister sind drei und vier Jahre alt.

Bluttat während Sorgerechtsgespräch

Der mutmaßliche Täter, der 45-jährige Fatih G., soll während eines Gesprächs zur Regelung des Sorgerechts für ein drei Monate altes Baby plötzlich eine Beretta-Pistole gezogen und auf die Anwesenden geschossen haben. Sechs Menschen kamen ums Leben, darunter die 32-jährige Mutter der beiden Kinder. Sie arbeitete in der Einrichtung, die Familien in Krisen Schutz und Hilfe bietet.

Freunde der getöteten Mutter starteten nach der Tat eine Spendenaktion unter dem Titel „Zwei kleine Herzen brauchen unsere Hilfe“. In dem Aufruf heißt es: „Es gibt Schicksale, für die es keine Worte gibt.“ Die 32-Jährige wird als liebevolle Mutter, starke Frau und warmherziger Mensch beschrieben, der immer für andere da war.

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Spendenaktion sammelt über 600.000 Euro

Bis zum 3. Juli kamen nach Angaben der Spendenseite mehr als 600.000 Euro von über 24.000 Menschen zusammen. Das Geld soll für Versorgung, Betreuung, Bildung, therapeutische Unterstützung sowie Beerdigungskosten verwendet werden. Die Initiatoren schreiben: „Jede Spende ist ein Zeichen der Hoffnung. Ein Zeichen an die Kinder: Ihr seid nicht allein.“

Die Anteilnahme in der Bevölkerung ist enorm. In der St.-Wilhadi-Kirche in Stade fand eine bewegende Trauerandacht für die Opfer statt.

Familie erlitt doppelten Schicksalsschlag

Erst am 9. Juni nahmen Angehörige Abschied vom Vater der Kinder. Nur 20 Tage später wurde ihre Mutter bei dem Amoklauf getötet. „Zwei kleine Kinder, die in wenigen Wochen das verloren haben, was für Kinder die ganze Welt bedeutet“, heißt es in dem Spendenaufruf. Noch sei ungewiss, wie der weitere Weg der Kinder aussehen werde. Sicher sei aber: „Sie brauchen jetzt Unterstützung, Sicherheit und Menschen, die ihnen helfen.“

Die Mutter half anderen Kindern – jetzt brauchen ihre eigenen Kinder Hilfe. Die 32-Jährige setzte sich beruflich für Kinder und Familien ein. Sie wollte anderen Kindern Sicherheit geben. Nun sind es ihre eigenen Kinder, die Menschen brauchen, die sie auffangen und ihnen irgendwann erklären, warum Mama und Papa nicht mehr zurückkommen.

Aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Kinder und Angehörigen zeigt BILD das auf der Spendenseite veröffentlichte Familienfoto nicht. Es zeigt die Mutter mit ihren Kindern am Meer – aus glücklichen Zeiten.

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