Handwerks-Präsident: Reform-Paket bringt spürbare Entlastung für Betriebe
Handwerks-Präsident: Reform-Paket entlastet Betriebe

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, hat sich in einem Interview mit BILD zu den geplanten Reformen geäußert. Das Reform-Paket der Bundesregierung sieht unter anderem steuerliche Entlastungen, Bürokratieabbau und Maßnahmen zur Fachkräftesicherung vor. Dittrich betonte, dass die Maßnahmen in die richtige Richtung gingen, aber noch nicht ausreichten, um die strukturellen Probleme des Handwerks zu lösen.

Kernpunkte des Reform-Pakets

Das Paket umfasst eine Reihe von Maßnahmen, die speziell auf die Bedürfnisse des Mittelstands zugeschnitten sind. Dazu gehören eine verbesserte Abschreibung für kleinere Betriebe, die Ausweitung der steuerlichen Forschungsförderung und die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren. Laut Dittrich sei besonders die geplante Digitalisierung der Verwaltung ein wichtiger Schritt, um bürokratische Hürden abzubauen. „Jede Stunde, die ein Handwerker weniger am Schreibtisch verbringt, kann er produktiv im Betrieb oder beim Kunden arbeiten“, so Dittrich.

Fachkräftemangel bleibt größte Herausforderung

Trotz der positiven Ansätze kritisierte der ZDH-Präsident, dass der Fachkräftemangel nicht ausreichend adressiert werde. „Wir brauchen eine deutlich bessere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und mehr Anreize für die berufliche Bildung“, forderte Dittrich. Das Handwerk leide seit Jahren unter einem akuten Mangel an qualifizierten Fachkräften. Aktuelle Zahlen des ZDH zeigen, dass rund 40 Prozent der Betriebe offene Stellen nicht besetzen können. Dittrich verwies darauf, dass die geplanten Maßnahmen zur Fachkräfteeinwanderung zwar hilfreich seien, aber zu langsam umgesetzt würden.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bürokratieabbau als zentrales Anliegen

Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews war der Bürokratieabbau. Dittrich lobte die Absicht der Regierung, die Zahl der Berichtspflichten zu reduzieren und digitale Lösungen voranzutreiben. Allerdings kritisierte er, dass viele der angekündigten Maßnahmen noch nicht konkret genug seien. „Es darf nicht bei Ankündigungen bleiben. Wir brauchen jetzt klare und schnelle Umsetzungen“, sagte Dittrich. Das Handwerk sei bereit, seinen Beitrag zur wirtschaftlichen Erholung zu leisten, benötige aber verlässliche Rahmenbedingungen.

Auswirkungen auf die Betriebe

Die geplanten Reformen könnten nach Einschätzung des ZDH vor allem kleinere Handwerksbetriebe entlasten. Die verbesserten Abschreibungsmöglichkeiten und die vereinfachten Verfahren würden den Betrieben mehr finanzielle Spielräume verschaffen. Dittrich betonte jedoch, dass die Effekte nicht überschätzt werden dürften. „Das Paket ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es ist kein Befreiungsschlag“, so Dittrich. Er forderte die Politik auf, weiter an einer umfassenden Modernisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu arbeiten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration