Ukraine plant nationales Pantheon – Polen sieht Provokation
Ukraine plant Pantheon – Streit mit Polen eskaliert

Drei Tage vor dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 behauptete Präsident Wladimir Putin, die moderne Ukraine sei „vollständig von Russland geschaffen“ worden und habe nie eine Tradition echter Staatlichkeit gehabt. Für viele Ukrainer klang dies wie die Leugnung ihrer nationalen Existenz.

Pantheon für ukrainische Helden geplant

Nun plant das ukrainische Parlament die Errichtung eines nationalen Pantheons, das an herausragende Persönlichkeiten der ukrainischen Geschichte erinnern soll. Die Idee stößt jedoch auf Widerstand – insbesondere in Polen. Im SPIEGEL-Podcast „Acht Milliarden“ erklärt Osteuropa-Reporter Christian Esch die Hintergründe des Streits.

Spaltung zwischen Ost und West überwinden

Präsident Wolodymyr Selenskyj nutzt das nationale Gedenken, um die traditionelle Spaltung zwischen der West- und Ostukraine zu überwinden. Das Pantheon soll als Symbol der Einheit dienen. Doch die Auswahl der geehrten Persönlichkeiten ist umstritten. Polen wirft der Ukraine vor, mit dem Pantheon historische Figuren zu verherrlichen, die in Polen als nationalistisch oder gar kriminell gelten.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Eskalation zwischen den Nachbarn

Der Streit zwischen der Ukraine und Polen eskaliert zunehmend. Während Kiew das Pantheon als Akt der nationalen Selbstbestimmung verteidigt, sieht Warschau darin eine Provokation. Die Spannungen belasten das Verhältnis der beiden Länder, die eigentlich als enge Verbündete gegen Russland gelten. Christian Esch betont: „Für die Ukraine ist es eine Gedenkstätte, für Polen eine Provokation.“

Historische Wunden und politische Folgen

Die Kontroverse reicht tief in die gemeinsame Geschichte zurück. Im Zweiten Weltkrieg kam es zu blutigen Konflikten zwischen ukrainischen Nationalisten und Polen. Figuren wie Stepan Bandera, der von vielen Ukrainern als Freiheitskämpfer verehrt wird, gelten in Polen als Kriegsverbrecher. Das Pantheon könnte diese Wunden wieder aufreißen und die politische Zusammenarbeit erschweren.

Der Podcast „Acht Milliarden“ mit Juan Moreno und Christian Esch analysiert die Dynamik des Konflikts und fragt, wie Selenskyj die nationale Identität stärken will, ohne die Beziehungen zu Polen zu gefährden. Die Folge ist in allen gängigen Podcast-Apps verfügbar.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration