Berliner NABU verzeichnet starken Anstieg bei Wildtieranfragen - über 10.000 jährlich
Berliner NABU: Über 10.000 Wildtieranfragen jährlich

Berliner NABU verzeichnet starken Anstieg bei Wildtieranfragen

Wenn Berlinerinnen und Berliner mit ihrer Kaffeetasse auf den Balkon treten und plötzlich eine verletzte Stockente vorfinden, ist guter Rat oft teuer. In solchen und vielen anderen Situationen mit Wildtieren in der Hauptstadt springt der Naturschutzbund NABU ein – und das in immer größerem Umfang.

Dramatischer Anstieg der Anfragen um 35 Prozent

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der Wildvogelstation des Berliner NABU wurden im Jahr 2025 knapp 1.000 Tiere professionell betreut und medizinisch versorgt. Noch beeindruckender ist jedoch die Zahl der Bürgeranfragen, die etwa zehnmal so hoch lag wie die Anzahl der behandelten Tiere.

Marc Engler, der Leiter der Station, betont den deutlichen Anstieg der Nachfrage nach dem Beratungsangebot. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der NABU Berlin 2025 einen Zuwachs von 35 Prozent bei den Anfragen. Konkret gingen über 6.300 Anrufe und etwa 1.000 E-Mails in der Beratungsstelle ein.

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„Damit sind die Wildvogelstation sowie die allgemeine Wildtierberatung mit insgesamt etwa 10.000 jährlichen Anfragen zu zentralen Bausteinen des Natur- und Artenschutzes in unserer Hauptstadt geworden“, erklärt Engler die Bedeutung der Einrichtung.

Von Stockenten bis zu skurrilen Funden

Besonders häufig werden verletzte Stockenten, Ringeltauben und bei Hitze aus dem Nest gestürzte Mauersegler in die Station gebracht. Doch das Spektrum der tierischen Funde in Berlin ist weitaus vielfältiger.

Claudia Harnisch von der Wildtierberatung erklärt: „Viele Menschen wissen einfach nicht, wie sie mit Wildtieren umgehen müssen. Deshalb ist eine verlässliche und fachkundige Beratung besonders wichtig.“

Neben hilflosen oder verletzten Tieren beschäftigt sich die Beratungsstelle auch mit fest in das Stadtbild integrierten tierischen Bewohnern:

  • Wildschweine, die durch Wohngebiete streifen
  • Füchse, die sich in Sandkästen niederlassen
  • Waschbären, die Dachböden erkunden

Aber auch außergewöhnliche und skurrile Anfragen erreichen die Experten regelmäßig. Dazu zählen Berichte über einen entlaufenen Polarfuchs, einen in einer Fahrradwerkstatt entdeckten Gecko oder Rehe, die sich in begrünten Wohnhöfen in Karlshorst niedergelassen haben.

Herausforderung der Finanzierung

Um das wichtige Angebot für alle Hauptstädterinnen und Hauptstädter sowie für die Wildtiere Berlins langfristig aufrechterhalten zu können, fordert der Naturschutzbund eine verlässliche und ausreichende Finanzierung. Die steigenden Anfragezahlen zeigen deutlich, wie notwendig diese Dienstleistung für das Zusammenleben von Mensch und Tier in der Großstadt geworden ist.

Die Experten des NABU stehen Berlinerinnen und Berlinern nicht nur in Notfällen zur Seite, sondern leisten auch wichtige Aufklärungsarbeit über den richtigen Umgang mit Wildtieren im urbanen Raum – eine Dienstleistung, die angesichts der zunehmenden Verstädterung immer wichtiger wird.

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