Brandenburg plant vergünstigtes Azubi-Ticket: Entlastung für junge Menschen im ländlichen Raum
In Brandenburg soll ab September 2026 ein vergünstigtes Azubi-Ticket eingeführt werden, das auf dem Deutschlandticket basiert. Einen entsprechenden Antrag wollen die Fraktionen von SPD und CDU in der kommenden Woche in den Brandenburger Landtag einbringen. Dieser Vorstoß zielt darauf ab, Auszubildende und Teilnehmer von Freiwilligendiensten finanziell zu entlasten und die Chancengleichheit im ländlichen Raum zu verbessern.
Details zur Finanzierung und Zielgruppen
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Björn Lüttmann erläuterte am Dienstag in Potsdam die Pläne: „Unsere Vorstellung ist, dass Azubis 60 Prozent des Tickets selber bezahlen.“ Bei einem Preis von 63 Euro für das Deutschlandticket würden Auszubildende somit 37,80 Euro monatlich selbst tragen. Neben Auszubildenden sollen auch Teilnehmer eines Freiwilligenjahres, wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) oder dem Bundesfreiwilligendienst, von diesem Angebot profitieren können.
Die Finanzierung wird jedoch unterschiedlich gestaltet:
- Für Auszubildende in vollschulischer Ausbildung sowie Teilnehmer von FSJ, FÖJ und Bundesfreiwilligendienst plant das Land gezielte Zuschüsse.
- Für Azubis in dualer, betrieblicher Ausbildung sollen Arbeitgeber ermutigt werden, Jobticket-Rahmenverträge abzuschließen, um ihren Auszubildenden ein Azubi-Ticket anzubieten.
Initiative folgt Berliner Vorstoß und betont Chancengleichheit
Mit dieser Initiative schließt sich Brandenburg einem ähnlichen Vorstoß aus Berlin an. Die Bundeshauptstadt hatte bereits im Februar 2026 mit dem Verkauf eines Azubi-Tickets beginnen wollen, was jedoch vom gemeinsamen Verkehrsverbund VBB gestoppt wurde, um einen gemeinsamen Start in beiden Ländern zu gewährleisten.
CDU-Fraktionschef Jan Redmann betonte die Bedeutung des Tickets im Kontext größerer Herausforderungen: „Aus meiner Sicht ordnet sich das Ticket in Maßnahmen und Herausforderungen ein, vor denen wir als künftige Koalition auch insgesamt stehen.“ Er verwies auf über 5000 arbeitslose Jugendliche in Brandenburg, die im SGB II (Bürgergeld) registriert sind, und argumentierte, dass ein vergünstigtes Ticket dazu beitragen kann, junge Menschen in reguläre Beschäftigung zu bringen und Arbeit attraktiver zu machen.
Die CDU-Verkehrspolitikerin Nicole Walter-Mundt hob hervor, dass es im aktuellen Tarifsystem eine Lücke gebe: „Studierende erhielten Vergünstigungen, Auszubildende nicht.“ Sie betonte das Ziel, insbesondere im ländlichen Raum gute Möglichkeiten für die Teilnahme am Arbeitsmarkt zu schaffen und so Chancengleichheit zu fördern.
Ausblick und politische Bedeutung
Der Antrag von SPD und CDU unterstreicht das politische Engagement für soziale Gerechtigkeit und regionale Entwicklung in Brandenburg. Durch die Einführung des Azubi-Tickets sollen nicht nur finanzielle Hürden für junge Menschen gesenkt, sondern auch die Mobilität und damit die Berufschancen in strukturschwachen Gebieten verbessert werden. Die Diskussion im Landtag wird zeigen, wie diese Pläne konkret umgesetzt werden und welche weiteren Maßnahmen zur Unterstützung der Jugendlichen folgen könnten.



