Walk of Sport in Neubrandenburg ehrt zwei Leichtathletik-Legenden mit DDR-Vergangenheit
Neubrandenburg ehrt Krabbe und Breuer-Springstein auf Walk of Sport

Neubrandenburgs Walk of Sport wächst um zwei bedeutende Sportlerinnen

In der Neubrandenburger Innenstadt wurden am Samstagvormittag zwei neue Bronzeplatten auf dem Walk of Sport verlegt. Die Leichtathletik-Legenden Katrin Krabbe und Grit Breuer-Springstein erhielten vor zahlreichen Schaulustigen diese besondere Ehrung. Beide Sportlerinnen blicken auf herausragende Karrieren zurück, die bereits in der DDR-Zeit begannen.

Emotionale Momente bei der feierlichen Enthüllung

Für Katrin Krabbe stellte die Verlegung ihrer Bronzeplatte einen „sehr, sehr besonderer Tag“ dar. Die ehemalige Sprinterin betonte ihre Dankbarkeit für diese Möglichkeit der Würdigung. Auch Grit Breuer-Springstein zeigte sich sichtlich gerührt über die Ehrung und berichtete, dass sie in den vergangenen Wochen häufig auf das bevorstehende Ereignis angesprochen worden sei.

Die Laudationen übernahmen Thomas Schröder, der früher mit beiden Sportlerinnen in einer Trainingsgruppe aktiv war. In seinen bewegenden Reden hob er die außergewöhnlichen sportlichen Leistungen der beiden Athletinnen hervor und würdigte ihren Beitrag zum deutschen Leichtathletik-Sport.

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Sportliche Erfolge der beiden Leichtathletik-Stars

Die sportlichen Karrieren beider Frauen sind von beeindruckenden Erfolgen geprägt:

  • Katrin Krabbe gewann bei den Weltmeisterschaften 1991 in Tokio sowohl über 100 Meter als auch über 200 Meter die Goldmedaille.
  • Grit Breuer-Springstein holte sich bei der Europameisterschaft 1990 den Titel über 400 Meter und errang bei den Hallenweltmeisterschaften 1991 in der 4 x 400-Meter-Staffel die Goldmedaille.

Die Bronzeplatten wurden der Stadt Neubrandenburg von Peter Haase geschenkt, der sich gemeinsam mit den Sportlerinnen über die gelungene Ehrung freute.

Kontroverse Diskussionen im Vorfeld der Ehrung

Die Entscheidung zur Ehrung der beiden Sportlerinnen war nicht unumstritten. Bereits vor der Abstimmung der Neubrandenburger Stadtvertreter im Dezember 2025 hatte es kritische Stimmen gegeben. André Rohloff, Landesvorsitzender der Vereinigung der Opfer des Stalinismus in Mecklenburg-Vorpommern, hatte die geplante Auszeichnung öffentlich kritisiert.

Auslöser der Diskussionen waren Vorwürfe rund um Medikamentenmissbrauch, die im Zusammenhang mit den Sportlerinnen standen. Trotz dieser Kontroversen entschied sich die Stadt für die Ehrung und bekannte sich damit, wie Sportausschussvorsitzender Steven Giermann betonte, als Sportstadt.

Weitere Entwicklungen auf dem Walk of Sport

Mit der Verlegung der beiden neuen Platten ist die Zahl der auf dem Walk of Sport verewigten Personen auf 17 gestiegen. Insgesamt sollen 35 Sportlerinnen und Sportler mit Verbindungen nach Neubrandenburg auf diese Weise geehrt werden. Zu den bereits verewigten Persönlichkeiten gehören unter anderem:

  1. Andreas Dittmer
  2. Rüdiger Helm
  3. Astrid Kumbernuss
  4. Carola Drechsler
  5. Brigitte Köhn
  6. Ilse Zeisler
  7. Bernd Olbricht
  8. Martin Hollstein
  9. Sigrun Grau
  10. Elfi Zinn
  11. Christine Guth
  12. Stefan Uteß
  13. Anke Behmer
  14. Anja Dittmer
  15. Bärbel Köster

Noch ausstehend ist die Ehrung des ehemaligen Zweier- und Vierer-Kajakfahrers Gerhard Rummel, der seine Meistertitel für den SC Neubrandenburg holte. Bereits in den Startlöchern stehen zudem Lena Meißner, Franka Dietzsch und Erik Rebstock. Über deren Aufnahme in den Walk of Sport soll in der Stadtvertreter-Sitzung am 23. April entschieden werden. Die nächste Plattenverlegung ist für den kommenden Herbst geplant.

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