Schüler gestalten Gedenkfeier für ermordete jüdische Kinder in Hamburg
Schüler gestalten Gedenkfeier für ermordete Kinder

Schüler gestalten bewegende Gedenkfeier für ermordete jüdische Kinder

Mit einer ergreifenden Gedenkfeier erinnert der Hamburger Verein „Kinder vom Bullenhuser Damm“ am Montag an die grausame Ermordung von 20 jüdischen Kindern vor 81 Jahren. Das Programm dieser bedeutsamen Veranstaltung wird maßgeblich von Mädchen und Jungen dreier Schulen gestaltet, die sich aktiv für das Gedenken einsetzen.

Beteiligte Schulen und Programmhöhepunkte

Beteiligt sind engagierte Schüler des Gymnasiums Am Tannenberg in Grevesmühlen in Nordwestmecklenburg, des Hamburger Gymnasiums Dörpsweg sowie der Fritz-Schumacher-Schule Langenhorn. Zu den Höhepunkten der Feier zählt eine Ansprache von Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda von der SPD. Zum feierlichen Abschluss wird Rabbiner Shlomo Bistritzky ein Gebet sprechen, wie der Verein ausführlich mitteilte.

Historischer Hintergrund der Tragödie

Die Schule am Bullenhuser Damm in Hamburg-Rothenburgsort diente im Zweiten Weltkrieg als Außenstelle des Konzentrationslagers Neuengamme. In der Nacht zum 21. April 1945 wurden die 20 unschuldigen Kinder von SS-Männern im Keller des Gebäudes brutal ermordet. Zuvor hatte der SS-Arzt Kurt Heißmeyer die Kinder im Konzentrationslager für unmenschliche medizinische Experimente missbraucht.

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Weitere Opfer und Nachkriegsjustiz

Wenige Tage vor dem Einmarsch britischer Truppen in Hamburg wollte die SS alle Zeugen ihrer Verbrechen beseitigen. In derselben schrecklichen Nacht wurden auch zwei inhaftierte französische Mediziner und zwei als Pfleger der Kinder eingesetzte niederländische Gefangene ermordet. Zusätzlich hängte die SS mindestens 24 sowjetische Häftlinge.

Nach dem Krieg im Jahr 1946 wurden sechs der Täter in den sogenannten Curiohaus-Prozessen von einem britischen Militärgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet. Heißmeyer konnte bis 1964 unerkannt als Lungenarzt in der DDR praktizieren. Erst 1966 wurde er vom Bezirksgericht Magdeburg zu lebenslanger Haft verurteilt. Nur der SS-Mann Arnold Strippel, der nach Aussagen im Curiohaus-Prozess als Mittäter galt, musste nie für dieses spezifische Verbrechen büßen, obwohl er wegen anderer Morde im Konzentrationslager viele Jahre im Gefängnis saß.

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