Polizei warnt eindringlich vor dem Betreten der zugefrorenen Ostsee bei Rügen
Die Wasserschutzpolizei hat in den vergangenen Tagen mehrfach eindringliche Warnungen ausgesprochen: Das Betreten der teils zugefrorenen Ostsee vor der Insel Rügen stellt eine akute Lebensgefahr dar. Trotz dieser klaren Hinweise lockten die beeindruckenden Eisformationen am Sonntag zahlreiche Besucher auf die vermeintlich feste Eisdecke.
Malerische Kulisse mit tödlichem Risiko
Vor Sellin bewegten sich viele Menschen in einiger Entfernung vom Strand auf dem Eis, während die dortige Seebrücke komplett von Eis umgeben war. Die Prorer Wiek vor Sassnitz präsentiert sich bis weit aufs Meer mit einer geschlossenen Eisdecke. Selbst der seit rund einem Jahr vor Rügen liegende und nach einer Havarie gesicherte Öltanker „Eventin“ ist aktuell von Eis umschlossen.
Die Polizei betont jedoch unmissverständlich: „Durch Strömungen, Schiffsverkehr und wechselnde Wassertiefen bildet sich dort kein tragfähiges Eis. Die Eisdecken sind ungleichmäßig, instabil und können jederzeit unvermittelt einbrechen.“ Besonders im Bereich des Sassnitzer Hafens und über den dortigen Fahrrinnen bestehe akute Einbruchgefahr.
Trügerische Sicherheit auch außerhalb der Häfen
Auch außerhalb der Hafenbereiche warnt die Wasserschutzpolizei vor trügerischen Verhältnissen. Wind, Wellengang und der Salzgehalt des Ostseewassers verhindern eine zuverlässige und sichere Eisstärke. Selbst scheinbar geschlossene Eisflächen bieten nach polizeilichen Angaben keine ausreichende Tragfähigkeit für Menschen.
„Im Falle eines Einbruchs besteht aufgrund der Wassertemperaturen und der Eisverhältnisse akute Lebensgefahr“, so die eindringliche Mahnung der Einsatzkräfte. Rettungsmaßnahmen seien unter diesen extremen Bedingungen nicht nur äußerst schwierig durchzuführen, sondern würden auch die Einsatzkräfte selbst in erhebliche Gefahr bringen.
Eindrucksvolle Naturschauspiele mit gefährlicher Anziehungskraft
Die beeindruckenden Eisformationen auf der Ostmole und am dortigen Leuchtturm haben in den letzten Tagen viele Schaulustige angezogen. Die malerische Winterkulisse verleitet offenbar dazu, die ernsten Warnungen der Experten zu ignorieren oder zu unterschätzen.
Die Wasserschutzpolizei appelliert daher an alle Besucher der Ostseeküste: Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen und betreten Sie unter keinen Umständen die Eisflächen der Ostsee. Die Gefahr eines plötzlichen Einbruchs ist real und die Folgen aufgrund der niedrigen Wassertemperaturen und der schwierigen Rettungsbedingungen lebensbedrohlich.



