Vor einer Woche schien Alba Berlin auf dem besten Weg ins Finale der Basketball-Bundesliga. Nach zwei dominanten Heimsiegen gegen Bamberg stand das Team gefühlt mit anderthalb Beinen im Endspiel. Doch zwei schwache Auswärtsauftritte später ist alles wieder offen. Nun droht den Berlinern ein historischer Einbruch.
Zwei Pleiten in Bamberg
Nach dem enttäuschenden 73:81 am Donnerstag ließen die Berliner am Samstag eine noch schwächere Vorstellung folgen. Bamberg setzte sich mit 81:67 durch und glich die Halbfinalserie zum 2:2 aus. Plötzlich liegt der Druck komplett auf Alba. Dabei hatten die Berliner den dreimal höheren Etat, schlossen die Hauptrunde auf Rang zwei ab und galten als sicherer Finalteilnehmer.
Historische Statistik
Seit Beginn der digitalen Ergebniserfassung in der BBL hat nur dreimal eine Mannschaft eine Serie nach einer 2:0-Führung verloren. Das letzte Comeback dieser Art gelang vor 23 Jahren Bonn im Viertelfinale gegen Leverkusen. Zuvor war Bonn bereits gegen Bamberg ein solches Kunststück gelungen. 1999/2000 drehte Leverkusen ein 0:2 gegen Frankfurt in ein 3:2. Aus der Zeit vor der digitalen Erfassung ist das Finale 1988/89 bekannt, in dem Bayreuth nach 0:2-Rückstand gegen Leverkusen den Titel holte. Alba möchte diesen Negativrekord unbedingt vermeiden.
Momentum auf Bamberger Seite
Das Momentum spricht klar gegen die Berliner. Zwar haben sie den Heimvorteil, der in dieser Serie bisher entscheidend war – doch die letzten beiden Spiele haben dem Selbstvertrauen schwer geschadet. Besonders besorgniserregend: Nach dem schwachen dritten Spiel zeigte das Team keine Reaktion. Die Dreierquote war schwach, das Point-Guard-Duo Martin Hermannsson und Jack Kayil fand erneut nicht zur Geltung. Bamberg entschied erstmals in der Serie das Reboundduell für sich und wirkte insgesamt entschlossener.
Trainer und Spieler analysieren
„Bamberg hat sehr physisch gespielt und wir hatten Probleme, diese Physis zu matchen. Wir haben auch zu viele Fehler gemacht und ihnen einfache Dunks ermöglicht“, sagte Michael Rataj bei Dyn. Der Big Man kam erst im April vom College und zeigte am Samstag mit 18 Punkten seine beste Leistung im Berliner Trikot. Doch auch Sam Griesels guter Auftritt reichte nicht, um das Spiel offen zu halten. Die Führungsspieler blieben in den Auswärtsspielen blass.
Entscheidung am Dienstag
Am Dienstag (20.30 Uhr, Max-Schmeling-Halle) kommt es zum entscheidenden fünften Spiel. Will Alba den historischen Kollaps verhindern, müssen Leistungsträger wie Justin Bean, Martin Hermannsson und Malte Delow Verantwortung übernehmen und dem Druck standhalten. Die Berliner sind gewarnt – ein weiteres schwaches Spiel könnte sie in die Geschichtsbücher befördern.



