17-jähriger Extremhindernisläufer Ben Buchholz träumt vom WM-Titel
Ben Buchholz: 17-jähriger Extremhindernisläufer will WM-Titel

Ben Buchholz aus Rostock hat ein klares Ziel: Weltmeister im Extremhindernislauf (Obstacle Course Racing, OCR) werden. Der 17-Jährige trainiert sechsmal pro Woche und hält den deutschen Rekord über 100 Meter. Im August soll bei der Weltmeisterschaft in Irland der Titel im Juniorenbereich folgen.

Deutscher Rekordhalter mit 27,3 Sekunden

Seine offizielle Bestzeit auf der 100-Meter-Strecke liegt bei 27,3 Sekunden – deutscher Rekord. Die Strecke umfasst standardisierte Hindernisse wie Balanceelemente, Kletterhindernisse und technisch anspruchsvolle Griffpassagen. Zwei Läufer treten gleichzeitig gegeneinander an; der Schnellere kommt eine Runde weiter.

Ben ist bereits U16-Europameister und U16-Vizeweltmeister. Im vergangenen Jahr wurde er in Schweden Vizeweltmeister in der U20-Altersklasse. Nun strebt er den Titel bei der WM in Irland an.

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Training: Sechsmal pro Woche Kraft und Technik

„Dreimal die Woche Kraft, dreimal die Woche Techniktraining“, sagt Ben. Hinzu kommt Cardio. „Wenn man Weltmeister werden will, wenn man zu den Besten der Welt gehören will, dann muss man viel trainieren“, fasst der Schüler zusammen. Sein Training absolviert er teils im heimischen Garten, wo ein Hindernisparcours aufgebaut ist.

Oliver Walther, Vorstandsvorsitzender der Obstacle Course Racing Association (OCRA) Germany, lobt Bens Akribie: „Bei dem genormten Parcours geht es um Zentimeter und Hundertstelsekunden. Und Ben ist da sehr, sehr akribisch, und das macht ihn natürlich aus.“ Seine Ergebnisse zeigten, wie ernst er den Sport nehme und wie professionell er sich vorbereite.

Balanceakt zwischen Schule und Leistungssport

Ben besucht die 11. Klasse und bereitet sich auf das Abitur vor. „Wenn ich irgendwohin fliege, nehme ich mir Sachen zum Lernen mit“, sagt er. Er übe, hole Stoff nach und müsse die Zeit gut einteilen. Seine Eltern unterstützen ihn dabei. Vater Bernd Buchholz sagt: „Wir sind irgendwann mal den Weg gegangen und haben gesagt, okay, dann gehen wir ihn auch zu Ende.“ Dass das Ganze einmal so viel Fahrt aufnehmen würde, habe er nicht geahnt.

Ben mache eine Bewegung 50.000 Mal, bis sie zu 100 Prozent optimiert sei. „Und das macht ihm Spaß.“ Früher habe er Ben mitunter bremsen müssen, damit dieser Regenerationspausen einlege. „Aber inzwischen ist er Profi genug, dass er genau weiß, wie er seinen Körper belasten kann und wie er sich vor dem Wettkampf erholen oder regenerieren muss.“

Vom Ninja-Sport zum Extremhindernislauf

Zum Hindernisparcours kam Ben über die TV-Show „Ninja Warrior“. Zunächst war er Fan, später nahm er selbst an der deutschen Ausgabe teil. „Ich bin lange im Ninja-Sport aktiv gewesen und irgendwann auf die Idee gekommen, mich im Extremhindernislauf auszuprobieren, auch um die fehlende Schnelligkeit zu trainieren“, sagt er. Beim OCR lief es so gut, dass er dabei blieb. „Mit diesem kompletten Tempo habe ich auf jeden Fall meine Schwäche ganz gut zu meiner Stärke gemacht.“

Bei seinem ersten Wettkampf erhielt er den Spitznamen „German Spiderman“. „Irgendwie ein cooler Spitzname“, findet Ben. Für die Zukunft wünscht er sich, auch in der Weltelite der Erwachsenen ganz oben mitzulaufen. „Aber bis ich 20 bin, möchte ich da auf jeden Fall ganz oben mitspielen.“

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