Olympiasieger Christian Kukuk wird überraschend nicht bei der Weltmeisterschaft reiten. Der Goldgewinner von Paris wurde nicht für das Quartett für die Heim-WM im August in Aachen nominiert. „Ich bin völlig überrascht“, sagte der enttäuschte Kukuk, der derzeit für zwei Wochen bei einem Turnier in Italien startet. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.“
Bundestrainer informierte Kukuk am Vortag
Er war am Vortag von Bundestrainer Otto Becker informiert worden und hatte nach eigener Aussage keine Begründung erhalten. „Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen“, betonte der Reiter, der viele Jahre für Ludger Beerbaum gearbeitet hat und inzwischen selbstständig ist.
Angeführt wird das WM-Quartett von Europameister Richard Vogel mit United Touch, mit dem er vor knapp fünf Wochen auch den Großen Preis von Aachen gewonnen hatte. Zur Mannschaft gehören außerdem André Thieme mit Chakaria, Sophie Hinners mit Singclair und Daniel Deußer mit Otello. Ersatzmann ist Marcus Ehning mit Coolio. Kukuk ist nur zweite Reserve.
Becker: „Schwere und harte Entscheidung“
„Das war eine schwere und harte Entscheidung“, sagte Bundestrainer Becker zur Frage nach dem WM-Aus für Kukuk. „Ich will zu den einzelnen Paaren keine Stellung nehmen. Wir haben sechs starke Paare und mussten mit dem Ausschuss eine Reihenfolge festlegen.“
Kukuk hatte 2024 bei den Sommerspielen in Paris mit dem Pferd Checker, das zum Teil Fußballstar Thomas Müller gehört, völlig unerwartet die Goldmedaille geholt. Der 36 Jahre alte Profi überzeugte zuletzt im März, als er im Sattel von Checker mit der Nationalmannschaft beim League-of-Nations-Turnier in Ocala/USA gewann und dabei zwei fehlerfreie Runden lieferte.
Kukuk plante eigentlich für WM
„Danach war mit dem Bundestrainer abgesprochen, dass Checker keine weiteren Nationenpreise gehen soll und der Plan Richtung Aachen geht“, berichtete Kukuk. Bis zum Anruf mit der WM-Absage habe es keine Gespräche über eine andere Planung gegeben. Beim bisher letzten Auftritt in Aachen schieden Kukuk und Checker Ende Mai beim Großen Preis mit acht Strafpunkten nach der ersten Runde aus. Anfang Juni gewann der aus Warendorf stammende Profi im Sattel von Akarad Tivoli bei der deutschen Meisterschaft in Balve den Titel.



