LeBron James verzichtet auf 100 Millionen: Wechsel zu den 76ers
LeBron James verzichtet auf Millionen für 76ers-Wechsel

LeBron James hat in diesem Sommer auf rund 100 Millionen US-Dollar verzichtet, um zu den Philadelphia 76ers zu wechseln. Der 41-jährige Superstar erhält in den kommenden beiden Spielzeiten lediglich etwa acht Millionen US-Dollar pro Jahr – eine Summe, die weit über 99 Prozent aller Profisportler in ihrer gesamten Karriere nie verdienen werden. Nach acht Jahren bei den Los Angeles Lakers hätte James bei einer Vertragsverlängerung deutlich mehr kassieren können.

Der Wechsel: Eine Entscheidung gegen das Geld

Der viermalige NBA-Meister, der laut Forbes als erster aktiver NBA-Profi Milliardär wurde, stellte sportliche Ambitionen über finanzielle Interessen. In Philadelphia sieht er die Chance auf seinen fünften Meisterring. „Ich will immer noch Opfer bringen. Ich will immer noch arbeiten. Ich will immer noch hart kämpfen“, begründete James seine Entscheidung. Nach dem deutlichen Aus in den NBA-Playoffs hatte er sogar über einen Rücktritt nachgedacht.

In der NBA-Historie ist dieser Deal bislang einmalig: Noch nie verzichtete ein Spieler seines Kalibers auf so viel Geld, um das Team zu wechseln. James, der in seiner Karriere insgesamt zehnmal in den Finals stand, will nun mit den 76ers den Titel holen. Sein ewiger Rivale Michael Jordan gewann sechs Meisterschaften – James hat bislang vier.

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Kritik und Konkurrenz: Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung

Nicht alle lobten James für seinen Schritt. TV-Experte Charles Barkley hatte bereits vor der Entscheidung angemerkt, dass alles andere als eine Rückkehr zu den Cleveland Cavaliers nicht stimmig sei. Bei jeder anderen Option „würde er nur Jordan hinterherrennen“, so Barkley. Auch Kevin Durant, langjähriger Rivale von James, vergleicht die Sixers mit den Golden State Warriors, die vor zehn Jahren die Liga dominierten. „Sie haben vier 25-Punkte-Scorer. Also, natürlich denke ich, dass sie einer der Titelanwärter sind“, sagte Durant.

Neben James verpflichteten die 76ers in diesem Sommer auch Jaylen Brown von den Boston Celtics. Zusammen mit Aufbauspieler Tyrese Maxey und dem verletzungsanfälligen Joel Embiid bilden sie nun ein schlagkräftiges Team. In der Vorsaison war Philadelphia in der zweiten Playoff-Runde am späteren Meister New York Knicks gescheitert.

Die NBA: Erleichterung über die Entscheidung

NBA-Commissioner Adam Silver ist vor allem erleichtert, dass James seine Entscheidung nach wochenlanger Hängepartie endlich verkündet hat. „Wir müssen den Spielplan fertigstellen – und wo LeBron künftig spielt, beeinflusst unsere Planungen. Es wird beeinflussen, wie wir die erste Woche und Weihnachten planen. Deshalb muss er eine Entscheidung treffen“, sagte Silver im Juli. Für die Liga ist James als Zugpferd enorm wichtig – je näher er mit den Sixers den Finals kommt, desto besser für die Vermarktung.

Die Chancen der 76ers: Titelhunger mit Risiko

Die 76ers sind durch die Verpflichtungen von James und Brown zum Titelanwärter im Osten geworden. Nur Titelverteidiger New York wird ähnlich hoch gehandelt. Teambesitzer Josh Harris schwärmte: James sei „einer der größten Spieler in der Geschichte der NBA und einer der besten Athleten aller Zeiten“. Seine Leistungen seien „legendär“.

Doch der Erfolg hängt maßgeblich an der Gesundheit von Center Joel Embiid. Nur wenn der 2,13 Meter große Riese fit bleibt, haben die Sixers realistische Chancen auf den Titel. Philadelphia gewann zuletzt 1983 die Meisterschaft und erreichte 2001 das letzte NBA-Finale. In einem möglichen Endspiel gegen die San Antonio Spurs um Victor Wembanyama oder Oklahoma City Thunder wäre James erneut im Rampenlicht – und die Liga hätte ihr Wunschfinale.

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