Der Tennis-Hype um Serena Williams erreichte Berlin, doch die 44-Jährige schied im Doppel direkt aus. Die Wimbledon-Rückkehr mit ihrer Schwester Venus sorgt dennoch für Begeisterung.
Erste Niederlage nach Comeback
Erst heizte Tennis-Legende Serena Williams den Hype durch die fixe Wimbledon-Rückkehr mit Schwester Venus an, dann gab es für die 44-Jährige in Berlin die erste Niederlage seit ihrem Comeback. In der ersten Doppel-Runde des Rasen-Turniers verlor die Ausnahmesportlerin mit der Tschechin Karolína Muchová 4:6, 4:6 gegen Giuliana Olmos aus Mexiko und die Neuseeländerin Erin Routliffe und verpasste das Viertelfinale.
Wildcard für Wimbledon-Doppel
Wenige Stunden zuvor hatte der All England Club verkündet, worauf viele Tennis-Fans gehofft hatten: Serena Williams und ihre ältere Schwester Venus bekommen für den Rasen-Klassiker Wimbledon ab dem 29. Juni eine Wildcard für das Doppel. „Wieder vereint, in Wimbledon“, hieß es auf dem Account des Turniers bei X. Und auch für eine Teilnahme im Einzel gibt es für Serena Williams noch ein Hintertürchen. Einer der acht Wildcard-Plätze wurde als „wird noch bekannt gegeben“ ausgewiesen.
Frust und vielversprechende Ansätze in Berlin
Schon beim Aufwärmen gab es in Berlin großen Jubel für Williams und in der Folge bei jeder gelungenen Aktion. Auf dem Rasen des gut gefüllten Steffi-Graf-Stadions wies die 44-Jährige vor den Augen ihrer beiden Töchter zwar wie schon in der vergangenen Woche im Londoner Queen's Club nach, dass sie für die ersten Spiele nach vier Jahren Pause schon wieder in erstaunlich guter Verfassung ist. Allerdings wurde auch deutlich, dass zur Topform noch einiges fehlt.
Nach einem misslungenen Return entfuhr Williams der Frust. Kraftvollen Winnern standen einige Aufschlagfehler und falsch eingeschätzte Bälle gegenüber. Der erste Satz ging so an Olmos/Routliffe. Fehlende Eingespieltheit im neu formierten Duo Muchová/Williams spielte auch im zweiten Durchgang eine Rolle. Ein Break in der Mitte des Satzes konnten sie nicht mehr kontern.
Die Williams-Schwestern: Eine legendäre Doppel-Karriere
Serena Williams, die als beste Spielerin der Tennis-Geschichte gilt, hatte erst vor zwei Wochen ihre Rückkehr angekündigt. Ihre Schwester Venus, die am Mittwoch 46 Jahre alt wird, ist sporadisch noch auf der WTA-Tour aktiv. Die Williams-Schwestern haben gemeinsam drei Olympia-Goldmedaillen und 14 Grand-Slam-Titel im Doppel gewonnen, darunter sechs in Wimbledon – den ersten im Jahr 2000 und den letzten im Jahr 2016. Sie spielten zuletzt bei den US Open 2022 gemeinsam im Doppel.
Begeisterung bei Kolleginnen
Auch unter den Kolleginnen der Schwestern gibt es Begeisterung über das Comeback. Die Deutsche Eva Lys freute sich nach ihrem gewonnenen Match in Berlin sichtlich. „Serena ist eine Legende. Ich war immer sehr traurig, dass ich sie nie wirklich live in Aktion erleben konnte. Für mich ist es also eine tolle Gelegenheit, sie hier und da vielleicht mal zu sehen. Ich finde, das ist großartig für den Sport“, sagte die Hamburgerin. „Ich hoffe, sie bleibt noch eine Weile, und ja, ich freue mich riesig.“
Die US-Amerikanerin Coco Gauff musste sogar Gerüchte dementieren, sie habe eine Doppel-Anfrage für Berlin von Serena Williams abgelehnt. „Ich weiß nicht, warum dieses Gerücht die Runde macht. Ich hab dich lieb, Jess, aber wenn Serena mich fragt, werde ich einfach „Ja“ sagen“, sagte sie in Richtung ihrer Partnerin Jessica Pegula.
Nach einem Aufeinandertreffen mit Williams im Doppel sehnt sich Gauff in der Hauptstadt nur bedingt. „Ich finde, das ist vielleicht sogar noch beängstigender, weil sie einen Schwung hat, der direkt auf einen zukommt. Und ich habe nicht die Reflexe, um mich dagegen zu wehren, also würde ich wahrscheinlich einfach in die andere Richtung rennen“, scherzte die 22-Jährige. Im Einzel sei es aber ihr Traum.



