BMW senkt Prognose drastisch – Aktie fällt um fünf Prozent
BMW senkt Prognose drastisch – Aktie fällt

Der deutsche Autobauer BMW hat seinen Jahresausblick wegen der anhaltenden Schwäche am chinesischen Automarkt und den Folgen des Nahostkonflikts drastisch gesenkt. Der Dax-Konzern rechnet in der Autosparte für das laufende Jahr nur noch mit einer operativen Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von einem bis drei Prozent, wie das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss in München überraschend mitteilte. Bislang hatte das Management eine Marge von vier bis sechs Prozent angestrebt.

Reaktion an der Börse

Die BMW-Aktie fiel nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um gut fünf Prozent im Vergleich zum Xetra-Schlusskurs. Bereits im regulären Handel hatte das Papier in diesem Jahr mehr als ein Viertel an Wert verloren. Im zweiten Halbjahr 2025 hatte die Aktie noch deutlich zugelegt. Der Börsenwert von BMW liegt aktuell bei knapp 42 Milliarden Euro.

Deutlich gesenkte Gewinnprognose

Das bisherige Management unter dem ehemaligen Chef Oliver Zipse war optimistisch gewesen, die negativen Einflüsse aus China und die höheren Zölle kompensieren zu können. Der neue Vorstandsvorsitzende Milan Nedeljkovic musste nun eingestehen, dass die Lage schlechter ist als befürchtet. Auch den Vorsteuergewinn im Konzern schätzt er nun niedriger ein: Er soll im Vergleich zum Vorjahr deutlich statt nur moderat sinken. Die Auslieferungen von Autos dürften 2026 leicht zurückgehen, statt auf Vorjahresniveau zu bleiben.

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Zur Begründung hieß es, die negative Entwicklung am chinesischen Automarkt habe sich im zweiten Quartal weiter beschleunigt. Dies führe zu einem härteren Wettbewerb in China und in den Ländern der Region Asien-Pazifik, dem sich BMW nicht entziehen könne. Auch der Konflikt im Nahen Osten belaste das Geschäft. Die hohen Energiepreise erhöhten die Kosten des Unternehmens, zudem drücke die Unsicherheit auf die Verbraucherstimmung. Im zweiten Quartal dürften Ergebnis und Mittelzufluss im Jahresvergleich deutlich sinken.

Effizienz statt Stellenabbau

BMW will nun mit weiteren Struktur- und Effizienzmaßnahmen gegensteuern. Die Sparmaßnahmen würden erst in den Folgejahren sichtbar, belasteten aber das Ergebnis im zweiten Halbjahr 2026 einmalig, hieß es. Wie genau das Sparen aussehen soll und an welchen Stellen es ansetzt, blieb zunächst offen.

Nedeljkovic betonte die positiven Aussichten der neuen Elektroautogeneration. Diese gebe Schwung: „Mit der Neuen Klasse bringen wir in den nächsten beiden Jahren das stärkste BMW-Portfolio der Geschichte auf die Straße“, sagte er. „Gleichzeitig werden wir unsere aktuellen Strukturen und Prozesse an die sich drastisch verschärfenden Marktbedingungen anpassen.“

„Unsere unternehmerische Verantwortung gebietet es deswegen, dass wir unsere laufenden Maßnahmen nochmals deutlich intensivieren und beschleunigen“, so der Manager. Bisher war BMW ohne einschneidende Personalmaßnahmen und Stellenstreichungen ausgekommen, während bei der Konkurrenz im Volkswagen-Konzern und bei Mercedes-Benz in großem Stil Jobs wegfallen.

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