Urteil löst Diskussionen aus
Der letzte Kampf der großen Karriere von Box-Idol Felix Sturm (47) endete mit einer Überraschung und heftigen Diskussionen. Die drei Punktrichter stimmten nach zehn harten Runden mit 2:1 (95:94, 96:95, 93:96) für Sturms Gegner Granit Stein (33). In der Halle in Stuttgart brach Aufruhr aus, und das Team des fünfmaligen Weltmeisters protestierte lautstark.
Sturm zeigt Größe nach Niederlage
Der 47-Jährige selbst ging mit seiner siebten Niederlage in 25 Jahren jedoch wie ein Champion um: „Man wünscht sich einen anderen Abgang, aber so ist nun mal das Leben, Gott bestimmt etwas, und wir leben damit. Wenn man bei Siegen feiern kann, dann muss man auch Niederlagen wegstecken können. Am Ende zählt nur eine Sache: Ich hatte eine tolle Karriere, jetzt will ich nur noch Champion für meine Familie sein. Das Leben geht weiter, ich freue mich auf das, was kommt.“
Steins Promoter sieht Türen geöffnet
Für Granit Stein eröffnet der Sieg neue Perspektiven. „Durch diesen Kampf haben sich viele Türen geöffnet“, sagt Steins Promoter Burim Sylejmani von Fides Sports. Der Ingolstädter hatte seinen vorherigen Kampf Mitte Mai gegen den Mexikaner Diego Carmona (27) umstritten nach Punkten verloren. „Jetzt haben wir eine ganz andere Grundlage“, betont Sylejmani.
Kontroversen vor und während des Kampfes
Schon vor dem Kampf gab es Stress bei der Wahl der Handschuhe. Hinterher beklagten sich Mitglieder aus Sturms Team über die Gangart von Stein, der einen Punktabzug für einen Kopfstoß erhielt. Für Sylejmani unverständlich: „Wenn ich einen Gegner buche, dann weiß ich doch, welchen Stil er boxt. Sie hatten genug Zeit, sich Granit anzugucken. Klar, hätten sie sich einen anderen Abschied gewünscht, aber wir waren gekommen, um zu gewinnen.“
Stein als aktiverer Boxer
Stein schlug mehr, marschierte nach vorne und setzte auf Energie und Wille. Für Sylejmani ist die Sache klar: „Granit war der aktivere Boxer und hat hochverdient gewonnen. Wir haben Sturm sofort einen Rückkampf angeboten, aber das haben sie abgelehnt.“ Denn sonst wäre es nicht mehr der Abschiedskampf gewesen.
Ausblick: WM-Kampf in Sicht
Sturm wird künftig mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Stein dagegen wahrscheinlich weniger. Denn gemeinsam mit Sylejmani hofft er auf den Beginn einer neuen Stein-Zeit: „Ich denke, dass wir in der zweiten Jahreshälfte einen Titelkampf für ihn hinbekommen.“



