Die Nachricht von Jens Castrops kurzfristigem Ausfall erreichte die Borussia kurz vor dem Anpfiff des Testspiels bei Hansa Rostock. Der 22-Jährige musste beim Aufwärmen passen, und so rückte Dillon Berko in die Startelf. Für den 20-jährigen Rechtsverteidiger war es die nächste Chance, sich bei Trainer Eugen Polanski zu empfehlen – und er nutzte sie.
Beim 3:1-Erfolg der Fohlen am Samstag zeigte Berko eine engagierte Leistung auf der rechten Abwehrseite. Er lieferte sich ein intensives Duell mit Rostocks Leon Dajaku, stand defensiv stabil und sorgte in der Offensive für Impulse. Dass er erst in der 73. Minute ausgewechselt wurde, sprach für die Zufriedenheit des Trainerteams.
Die Chance nach Konoplias Verletzung
Bereits in den Tagen zuvor hatte sich abgezeichnet, dass Berko in dieser Vorbereitung eine größere Rolle spielen könnte. Die Verletzung von Yukhym Konoplia, der eigentlich auf der rechten Abwehrseite eingeplant war, veränderte die Personallage. BILD konfrontierte Polanski nach dem Ausfall des Ukrainers mit der Frage, ob Berko nun von der Situation profitieren könnte. Die Antwort des Cheftrainers war unmissverständlich.
„Das muss so sein, sonst können wir ihm auch nicht helfen, das ist jetzt eine Chance für ihn. Das sollte bei ihm jetzt kommen, ich warte schon die ganze Zeit darauf“, erklärte Polanski. Und er wurde noch deutlicher: „Die Veranlagung, auch was die Dynamik angeht, hat er. Er darf auch Fehler machen, er ist noch unerfahren. Aber ich kann nicht akzeptieren, wenn er es gar nicht erst versucht. In jedem Training könnte ich ihm dreimal in den Hintern treten. Er muss jetzt auf den Knopf drücken, dann kommt das auch.“
Diese Worte zeigen, wie groß die Erwartungen an das Talent sind – aber auch, wie viel Geduld Polanski ihm entgegenbringt. Berko scheint verstanden zu haben. In Rostock war er einer der auffälligsten Spieler auf dem Platz, immer wieder präsent in den Zweikämpfen und mutig im Spiel nach vorne.
Ein Testspiel mit Erkenntniswert
Das Testspiel gegen den Drittligisten Hansa Rostock war für Borussia Mönchengladbach mehr als nur ein Freundschaftsspiel. Es war der dritte Test in der laufenden Vorbereitung und die Generalprobe vor dem Start der neuen Saison. Entsprechend ernst nahm der Bundesligist die Aufgabe – und das zeigte sich auch in der intensiven Anfangsphase.
Berko, der seit Beginn der Vorbereitung das komplette Profi-Programm absolviert, war einer der Gewinner dieses Abends. Gegen den erfahrenen Dajaku, der immer wieder für Unruhe sorgte, behielt der Youngster einen kühlen Kopf. Nach vorne suchte er immer wieder den Abschluss oder die Flanke. Dass er nach 73 Minuten ausgewechselt wurde, lag nicht an einer Schwächephase, sondern an der geplanten Belastungssteuerung.
Vertrag bis 2028: Der Weg in den Profifußball
Dass Berko in den Fokus der Öffentlichkeit rückt, ist kein Zufall. Erst im Juni hatte er in Gladbach einen bis zum 30. Juni 2028 datierten Profivertrag unterschrieben. Damit belohnte der Verein die Entwicklung des Abwehrspielers, der zuvor in der Regionalliga und im Premier League International Cup sein Können unter Beweis gestellt hatte.
Mirko Sansmöller, Direktor des Nachwuchsleistungszentrums, beschrieb seinerzeit die Stärken des Rechtsverteidigers: „Dillon bringt als rechter Außenverteidiger ein sehr gutes Profil mit, er ist defensiv verlässlich und bringt eine enorme Dynamik mit. Insbesondere in offensiven Umschaltmomenten kann er dadurch immer wieder gefährlich werden. Er hat sein Potenzial im Seniorenbereich in der Regionalliga sowie im Premier League International Cup bereits nachgewiesen. Wir möchten ihn auf seinem nächsten Schritt in den Profibereich gezielt weiterentwickeln.“
Diese Entwicklung nimmt nun konkrete Formen an. Berko trainiert voll im Profikader und zeigt dabei, dass er nicht nur für die Zukunft, sondern auch für die Gegenwart eine echte Option sein kann.
Kampf um die rechte Abwehrseite
Trotz des starken Auftritts in Rostock ist der Kampf um den Platz auf der rechten Abwehrseite noch nicht entschieden. Mit Konoplia, Castrop und weiteren Alternativen besitzt Borussia genügend Optionen. Doch genau diese Konkurrenz scheint Berko anzutreiben. Polanski fordert von seinem Schützling nichts weniger als den vollen Einsatz – in jedem Training, in jedem Spiel.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Berko die etablierten Kräfte überflügeln kann. Sein Auftritt gegen Hansa Rostock war ein erster Schritt in die richtige Richtung. Er selbst scheint entschlossen, die Chance zu nutzen. „Er darf auch Fehler machen“, hatte Polanski betont – solange Berko es versucht. Genau das tat er am Samstag.
Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung
Berkos Entwicklung ist ein positives Signal für Borussia Mönchengladbach. Der Youngster hat verstanden, worauf es im Profifußball ankommt: Mut, Einsatzbereitschaft und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Sein Startelf-Einsatz in Rostock war die direkte Folge einer Verletzung, aber Berko hat daraus mehr gemacht als nur eine Vertretung.
Mit seiner Dynamik und seinem offensiven Drang bringt er genau die Qualitäten mit, die sich der Trainerstab auf der rechten Seite wünscht. Sollte er diese Leistungen bestätigen, könnte er in der neuen Saison tatsächlich zu den Gewinnern der Vorbereitung zählen. Der Kampf um die Stammposition ist eröffnet – und Berko hat sich bereit gezeigt, ihn zu führen.



