Gladbach-Revolution: Schröder krempelt Klub komplett um
Gladbach-Revolution: Schröder krempelt Klub um

Borussia Mönchengladbach hat sich in der Sommerpause grundlegend neu erfunden: Sportdirektor Rouven Schröder hat den Kader radikal verjüngt, ein neues Trainerteam installiert und die sportliche Führung umgebaut. Mit sieben Neuzugängen und deutlich reduzierten Personalkosten will der Klub die Abwärtsentwicklung der vergangenen Jahre stoppen und in eine erfolgreiche Zukunft führen. Die Weichen sind gestellt – doch der Druck ist groß, dass sich die Maßnahmen auch sportlich auszahlen.

Radikaler Umbau: Schröder drückt den Reset-Knopf

Beim Trainingsauftakt im Juli nahm Rouven Schröder (50) die Vogelperspektive ein. Von der Dachterrasse des Fohlenstalls aus – des Gebäudes, in dem der eigene Nachwuchs wohnt – beobachtete der Sport-Boss, wie sein runderneuerter Kader unter einem neu zusammengestellten Trainerteam zusammenfand. Zuvor hatte Schröder den Restart-Knopf gedrückt – und das auf allen Ebenen. Die jahrelange Abwärtsentwicklung des Kult-Klubs inklusive zwischenzeitlicher Abstiegsangst soll in eine Aufbruchstimmung mit glänzenden Aussichten verwandelt werden.

Den Kader unterzog Schröder einer Radikalkur. Der Verkauf von Rocco Reitz (24) für 20 Millionen Euro an RB Leipzig sicherte den Verein vorerst finanziell ab. Teure Stars wie Jonas Omlin (32) wechselte zum FC Basel, weitere Großverdiener wie Florian Neuhaus (29) oder Tomas Cvancara (25) sollen bestenfalls noch gehen. Leihstars wie Haris Tabakovic (32) oder Yannik Engelhardt (25) wurden aus finanziellen Gründen nicht fest gebunden.

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Sieben Neue: Junge, hungrige Spieler für wenig Geld

Stattdessen holte Schröder für insgesamt nur rund zwölf Millionen Euro Ablöse entwicklungsfähige Profis wie David Herold (23) vom Karlsruher SC, Isac Lidberg (27) von Darmstadt 98, Yukhym Konoplya (26) von Schachtar Donezk oder Enzo Leopold (26) von Hannover 96. Alle Neuen wurden mit niedrigeren Grundgehältern und attraktiven Prämien ausgestattet. Talente wie Wael Mohya (17) werden künftig noch mehr Spielzeit erhalten.

Die Strategie dahinter ist klar: Schröder muss Geld sparen und neue Marktwerte aufbauen. Der neue Konkurrenzkampf soll den Leistungsdruck erhöhen. Zudem sollen die Verletzungsrückkehrer Tim Kleindienst (30) und Robin Hack (27) zu alter Gala-Form zurückfinden und den jungen Kader anführen.

Schröder: „Mit sieben Neuen in der Kabine sieht man direkt, dass sich der eine oder andere erst mal umguckt. Genau diesen Effekt wollten wir erzielen. Wir brauchen Jungs, die anschieben. Das sind alles hungrige Burschen, für die Borussia Mönchengladbach gleichzeitig etwas ganz Besonderes ist.“

Neues Trainerteam: Polanski bekommt Vertrauen und Verstärkung

Für den Feinschliff ist nun Eugen Polanski (40) verantwortlich. Der Trainer bekam trotz unterschiedlicher Meinungen in der Führungsetage Schröders Vertrauen ausgesprochen und ein neues Trainerteam an die Seite gestellt. Jan-Moritz Lichte (46), der zuletzt unter Pep Guardiola bei Manchester City arbeitete, und Markus Gellhaus (56) ersetzen Klub-Legende Oliver Neuville (53) und Guido Streichsbier (56).

Kommende Saison will Borussia auch anders auftreten. Mut ist bei der Spielidee das wichtigste Schlagwort. An der Grundordnung mit Viererkette soll konsequent festgehalten werden. Polanski: „Wir wollen unsere Idee vom Fußball durchbringen. Am Ende sind Charakter, Mentalität und Führung entscheidend. Vergangene Saison haben wir oftmals gut mitgespielt. Aber es reicht nicht, nur gut mitzuspielen. Sondern man muss diesen unbedingten Willen, auch erfolgreich sein zu wollen, im Team haben.“

Strukturelle Veränderungen: Neue Direktoren und Stadionausbau

Schröder hat auch die sportliche Führung umgebaut und mit André Hechelmann (41, Scouting) und Christoph Menke-Salz (41, Lizenz) zwei Vertraute als neue Direktoren eingestellt. Damit stärkte er frühzeitig seinen Einfluss im Gladbacher Machtgeflecht. Die Geschäftsführung mit CEO Stefan Stegemann (62) und Markus Aretz (60) ließ den Business-Bereich renovieren und auf der Südtribüne einen neuen Stehplatz-Bereich errichten. Damit erhöht sich die Stadion-Kapazität um 900 Plätze auf knapp 55.000. Dazu wurden erstmals die Namensrechte für den Borussia-Park vergeben. Von Energiedienstleister Ista kassiert der Klub bis 2031 rund 25 Millionen Euro.

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Große Erwartungen: Jetzt muss Erfolg her

Bei Gladbach ist viel passiert. Jetzt stehen alle Beteiligten massiv unter Druck, dass sich auch nachhaltig Erfolg einstellt. Auf Ziel-Formulierungen haben die Bosse noch bewusst verzichtet. Eine Weiterentwicklung muss aber schnell erkennbar sein – sonst droht die positive Stimmung wie in den vergangenen Jahren wieder zu kippen.