Beim jüngsten Testspiel der Vorbereitung setzte Borussia Mönchengladbach auf eine extrem junge Defensive. Beim 2:1-Sieg gegen den Drittligisten Rot-Weiß Essen bot Trainer Eugen Polanski in der zweiten Halbzeit eine Viererkette mit einem Durchschnittsalter von unter 19 Jahren auf. Diese Formation, die als „Kinder-Riegel“ bezeichnet wurde, bestand aus Dillon Berko (20), Tyler Meiser (19), Jan Leszczynski (19) und Edin Biber (17). Davor agierte mit Mathieu Nguefack (18) ein weiterer Teenager als „Sechser“. Trotz des Altersdurchschnitts hielten die Youngster ordentlich mit und kassierten erst in der Nachspielzeit das unglückliche Eigentor von Biber.
Leszczynski sticht heraus
Besonders der polnische Neuzugang Jan Leszczynski fiel durch seine aggressive und laute Spielweise positiv auf. In einer entscheidenden Szene klärte er einen Schuss von Ex-Borusse Semir Telalović (26) auf der Torlinie und bejubelte die Aktion anschließend wie einen eigenen Torerfolg. Diese Leidenschaft blieb auch Trainer Polanski nicht verborgen. „Jan hat es echt gut gemacht. Man muss auch die Umstände sehen, dass die Spieler vor und neben ihm teilweise noch jünger waren. Man merkt noch gelegentlich diese Jugendlichkeit. Das ist aber einfach eine Frage der Erfahrung“, sagte Polanski nach dem Spiel.
Begrenzte Profi-Erfahrung
Leszczynski wechselte im Sommer von Legia Warschau zu Borussia Mönchengladbach. In seiner bisherigen Karriere kommt er auf lediglich vier Einsätze in der höchsten polnischen Liga, der Ekstraklasa. Dennoch zeigt er bereits jetzt, dass er das Potenzial hat, sich in der Bundesliga durchzusetzen. Sein Trainer hält große Stücke von dem 19-Jährigen, der sich in der Innenverteidigung mit den vermeintlich gesetzten Nico Elvedi (28) und Kevin Diks (29) sowie Herausforderer Fabio Chiarodia (21) um einen Platz kämpfen muss.
Lob für das Passspiel
Polanski betonte insbesondere die technischen Fähigkeiten des Polen: „Für einen jungen Spieler, der das erste Mal im Ausland fern der Heimat und mit einer fremden Sprache klarkommen muss, ist es erst mal schwer. Aber er ist ein offener Typ, und er hat ein richtig gutes Passspiel, links wie rechts. Man darf nicht vergessen, dass er Rechtsfuß ist, und dann auf der linken Seite so spielt, als ob es normal wäre.“ Diese Vielseitigkeit könnte Leszczynski in der kommenden Saison weitere Einsatzzeiten bescheren.
Ausblick auf die Saison
Ob der Youngster bereits in der Bundesliga zum Zug kommt, bleibt abzuwarten. Die Konkurrenz in der Gladbacher Abwehr ist groß, doch mit seiner Einstellung und den gezeigten Leistungen in der Vorbereitung hat Leszczynski einen starken Eindruck hinterlassen. Sollte er weiterhin so überzeugen, könnte er schon bald zu einer festen Größe in der Defensive der Fohlen werden.



