Die Galeria-Filiale in Berlin-Tegel setzt auf eine ungewöhnliche Strategie, um der Krise des Mutterkonzerns zu trotzen: Burlesque-Tänzerinnen locken Kunden in das Kaufhaus an der Gorkistraße. Geschäftsführer Torsten Dunkelmann blickt optimistisch in die Zukunft und denkt bereits an die Weihnachtssaison.
Burlesque als Magnet für den Kiez
Regelmäßig verwandelt sich das Erdgeschoss des Warenhauses in eine Bühne für Burlesque-Darbietungen. Die Veranstaltungen ziehen nicht nur Stammkunden an, sondern auch neugierige Passanten aus dem Berliner Norden. Die Tänzerinnen treten zwischen den Kleiderständern auf, begleitet von Live-Musik. Ein besonderes Erlebnis, das die Filiale von anderen Galeria-Standorten abhebt.
„Wir wollen den Kiez beleben und zeigen, dass ein Kaufhaus mehr sein kann als nur ein Ort zum Einkaufen“, erklärt Dunkelmann im Gespräch mit der Berliner Zeitung. Die Burlesque-Abende seien Teil einer umfassenden Kiezstrategie, die auf lokale Kundenbindung setze. Statt auf Massenwerbung zu setzen, kooperiert das Haus mit benachbarten Geschäften und Vereinen.
Konzernkrise und lokale Strategie
Während der Mutterkonzern Galeria Karstadt Kaufhof mit Filialschließungen und Umstrukturierungen kämpft, bleibt die Tegeler Filiale ein Hoffnungsträger. Die Zentrale hatte zuletzt angekündigt, weitere Warenhäuser auf den Prüfstand zu stellen. Die Tegeler hingegen meldet stabile Besucherzahlen – dank der lokalen Ausrichtung.
Dunkelmann betont, dass die Filiale von der engen Bindung zum Stadtteil profitiere. „Wir sind hier tief verwurzelt. Die Menschen kennen uns, und wir kennen ihre Bedürfnisse.“ Neben den Burlesque-Events gibt es regelmäßige Themenwochen, etwa zu nachhaltiger Mode oder regionalen Produkten. Das Sortiment wird gezielt auf die Tegeler Kundschaft abgestimmt.
Weihnachten im Visier
Bereits jetzt laufen die Vorbereitungen für die Weihnachtssaison. Die Tegeler Filiale plant einen erweiterten Adventskalender mit täglichen Überraschungen und einem großen Weihnachtsmarkt auf dem Parkplatz. „Weihnachten ist für uns die wichtigste Zeit“, so Dunkelmann. „Wir wollen, dass die Tegeler zu uns kommen, statt ins Internet abzuwandern.“
Die Strategie scheint aufzugehen: Während andere Filialen ums Überleben kämpfen, investiert die Tegeler in Atmosphäre und Kundennähe. Ob das Modell langfristig trägt, bleibt abzuwarten. Doch für den Herbst sind bereits weitere Burlesque-Abende geplant – und die ersten Weihnachtsdekorationen stehen schon bereit.



