Frankreich und Spanien: Wirtschaftswachstum trotz Iran-Krieg und Inflation
Frankreich und Spanien wachsen trotz Iran-Krieg

Die französische und die spanische Wirtschaft haben im zweiten Quartal 2026 trotz der Belastungen durch den Iran-Krieg und die damit verbundenen steigenden Energiepreise ein positives Wachstum verzeichnet. Während Frankreich nach einem schwachen Jahresstart wieder auf den Wachstumspfad zurückkehrte, legte Spanien weiter kräftig zu. Die Teuerung in Spanien blieb jedoch deutlich über dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB).

Frankreich: Erholung im zweiten Quartal trotz Waldbränden

Das französische Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von April bis Juni um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag in Paris mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten diesen Anstieg erwartet. Im ersten Quartal war die französische Wirtschaft noch um 0,1 Prozent geschrumpft, bedingt durch die Auswirkungen des Iran-Kriegs und steigender Energiepreise.

Die Erholung im Frühjahr wurde vor allem durch steigende Konsumausgaben der privaten Haushalte gestützt. Auch die Exporte trugen positiv bei, ebenso wie die staatlichen Ausgaben. Allerdings drohen neue Belastungen: Schwere Waldbrände haben den wichtigen Tourismussektor getroffen und beeinträchtigen die Produktion vieler Unternehmen. Die französische Regierung senkte bereits Anfang Juli ihre Wachstumsprognose für das Gesamtjahr 2026 von 0,9 auf 0,7 Prozent.

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Spanien: Starkes Wachstum bei hoher Inflation

Spaniens Wirtschaft zeigte sich im zweiten Quartal erneut robust. Das BIP wuchs im Quartalsvergleich um 0,7 Prozent, wie das Statistikamt INE in einer ersten Schätzung am Donnerstag in Madrid bekannt gab. Im ersten Quartal hatte das Wachstum bei 0,6 Prozent gelegen. Analysten hatten für das zweite Quartal im Schnitt ebenfalls 0,6 Prozent erwartet, sodass die tatsächliche Entwicklung leicht darüber lag. Damit bleibt Spanien unter den großen Volkswirtschaften der Eurozone der Wachstumsführer.

Die Inflation in Spanien beschleunigte sich jedoch im Juli weiter. Die nach europäischem Standard berechneten Verbraucherpreise (HVPI) stiegen im Jahresvergleich um 3,8 Prozent, nach 3,6 Prozent im Vormonat. Volkswirte hatten lediglich mit 3,7 Prozent gerechnet. Der Iran-Krieg hatte die Inflation zuvor bereits nach oben getrieben. Im Monatsvergleich sanken die Preise dagegen um 0,1 Prozent, was den Erwartungen entsprach.

Inflationsdruck bleibt über EZB-Ziel

Die Teuerung in Spanien liegt weiterhin deutlich über der Zielmarke der EZB, die für den gesamten Euroraum mittelfristig eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent anstrebt. Die anhaltend hohe Inflation belastet die Verbraucher und könnte die Geldpolitik der EZB beeinflussen. Die Bundesbank hatte zuvor gewarnt, dass die Unsicherheit bezüglich der Inflation trotz stabiler deutscher Wirtschaft hoch bleibe.

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