Waldsiedlung Zehlendorf: Leben im Unesco-Welterbe – 1000 Wohnungen und 800 Reihenhäuser
Waldsiedlung Zehlendorf: Leben im Unesco-Welterbe

Die Waldsiedlung Zehlendorf in Berlin ist ein einzigartiges Wohngebiet, das seit 2008 zum Unesco-Welterbe zählt. Mit 1000 Wohnungen und 800 Reihenhäusern bietet sie eine Mischung aus Stadt- und Naturleben. Hans-Jürgen Lindhorst, 88 Jahre alt, zog 2015 in die Siedlung – nach acht Jahren auf der Warteliste. Seine Begeisterung ist ungebrochen: „Es ist nahezu genial hier“, sagt er.

Ein Stück Geschichte mitten im Grün

Die Waldsiedlung Zehlendorf entstand zwischen 1910 und 1920 als eine der ersten Gartenstädte Deutschlands. Architekten wie Bruno Taut und Hermann Muthesius prägten das Bild mit großzügigen Grünflächen und kleinteiliger Bebauung. Die Siedlung sollte Arbeiterfamilien ein gesundes Wohnen in der Natur ermöglichen – ein Konzept, das bis heute trägt.

Die Anlage besteht aus zweigeschossigen Reihenhäusern und Mehrfamilienhäusern, jeweils mit eigenem Garten. Insgesamt leben hier rund 3000 Menschen. Die enge Gemeinschaft und die ruhige Lage schätzen die Bewohner besonders. „Man kennt sich, hilft sich – und die Kinder können sicher draußen spielen“, ergänzt Lindhorst.

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Leben im Welterbe: Alltag und Herausforderungen

Der Status als Unesco-Welterbe bringt nicht nur Anerkennung, sondern auch Auflagen. Bauliche Veränderungen müssen streng geprüft werden, um den historischen Charakter zu erhalten. Das freut Lindhorst: „Die Bauweise ist solide und schön. Aber manchmal dauern Reparaturen länger, weil alles denkmalgerecht sein muss.“

Die Siedlung liegt im Südwesten Berlins, umgeben von Wäldern und Seen. Die Nähe zur Natur ist für viele Bewohner ein Hauptgrund für den Umzug. Die Warteliste für eine der begehrten Wohnungen ist entsprechend lang. Lindhorst hatte Glück: „Ich habe mich 2007 angemeldet und 2015 den Schlüssel bekommen. Es hat sich gelohnt.“

Ein Vorbild für moderne Stadtplanung?

Die Waldsiedlung Zehlendorf gilt als Vorreiter des nachhaltigen Städtebaus. Die Durchgrünung, die kurzen Wege und die soziale Durchmischung sind Eigenschaften, die heute in der Stadtplanung wieder hoch im Kurs stehen. Für Lindhorst ist klar: „Hier stimmt einfach alles. Ich würde nie wieder wegziehen.“

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