Die Landeschefin der Jungen Union (JU) Brandenburg, Laura Strohschneider, hat am 30. Juli 2025 ihren Rücktritt erklärt und zugleich den Austritt aus der CDU bekanntgegeben. In einer Nachricht an die Mitglieder, die der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt, begründete sie diesen Schritt mit ihrer Kritik am Spitzenpersonal der Partei sowie am Kurs der Bundesregierung.
Gründe für den Schritt
Strohschneider, die seit 2023 an der Spitze der JU Brandenburg stand, nannte in ihrer Mitteilung konkret die Unzufriedenheit mit der politischen Ausrichtung der CDU auf Bundesebene. Sie sehe die Partei nicht mehr als vertretenswert an, hieß es aus Parteikreisen. Die JU Brandenburg ist mit rund 800 Mitgliedern eine der kleineren Landesverbände der Jugendorganisation, die traditionell als Nachwuchsschmiede der CDU gilt.
Der Rücktritt erfolgt in einer Phase, in der die CDU bundesweit in Umfragen zwischen 28 und 32 Prozent liegt und intern über die strategische Ausrichtung debattiert. In Brandenburg regiert die CDU in einer Koalition mit SPD und Grünen, was innerhalb der Partei nicht unumstritten ist.
Reaktionen aus der Partei
Offizielle Stellungnahmen des CDU-Landesverbandes Brandenburg oder der Bundes-JU lagen zunächst nicht vor. Aus Kreisen der JU Brandenburg hieß es, man respektiere die Entscheidung Strohschneiders, sehe den Schritt aber als schweren Verlust für die Nachwuchsarbeit in der Region. Einige Mitglieder äußerten sich betroffen über die plötzliche Abkehr einer jungen Führungskraft.
Bedeutung für die CDU
Der Rücktritt einer JU-Landeschefin ist selten, aber nicht ohne Vorbild. In der Vergangenheit gab es ähnliche Fälle, in denen junge Parteimitglieder die Flügel nach rechts oder links kritisierten. Strohschneiders Schritt wird als Zeichen der internen Unruhe in der CDU gewertet, die sich zwischen konservativem Kern und modernen Strömungen bewegt. Die Junge Union selbst hat in den letzten Jahren an Mitgliederzahlen verloren, was den Handlungsdruck auf die Partei erhöht.
Mit ihrem Rücktritt und Parteiaustritt zieht Strohschneider die Konsequenz aus ihrer persönlichen Überzeugung. Ob sie politisch aktiv bleibt, ist bislang nicht bekannt. Die JU Brandenburg wird nun einen außerordentlichen Kreisparteitag einberufen müssen, um eine Nachfolge zu wählen.



