Tour de France: Lipowitz klettert auf Rang 6 – Ullrich macht Mut
Lipowitz auf Rang 6 – Ullrich macht Mut

Florian Lipowitz (25) hat bei der Tour de France einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Der Schwabe verbesserte sich nach der 18. Etappe von Mülhausen nach Le Markstein (155 km) auf den sechsten Platz der Gesamtwertung. Dabei zeigte er eine starke Vorstellung, verpasste aber den Sprung auf das Podium knapp.

Attacke auf Vingegaard bleibt erfolglos

Elf Kilometer vor dem Ziel griff Lipowitz an – genau wie angekündigt. Sein Ziel war es, Jonas Vingegaard (29) zu attackieren, den Zweiten der Gesamtwertung. Doch der Däne ließ sich nicht abschütteln. Auch seinen Co-Kapitän Remco Evenepoel (26) konnte Lipowitz nicht hinter sich lassen. Am Ende verlor er als Siebter sechs Sekunden auf Vingegaard und liegt nun 74 Sekunden hinter ihm. Der Rückstand auf Evenepoel (Rang 3) beträgt nur 40 Sekunden.

„Ich muss ein riesiges Dankeschön an die Fans sagen. Ich habe überall meinen Namen gehört. Am Ende reichten leider die Beine nicht. Es wird am Sonntag wieder hart“, sagte Lipowitz nach der Etappe. Er war mit Evenepoel allein unterwegs. „Das Tempo war von Beginn an super hart, da kann man keinem einen Vorwurf machen“, fügte er hinzu, nachdem er zur Dopingkontrolle ausgelost worden war.

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Ullrich vor Ort: „Deutsches Eisen im Feuer“

Der einzige deutsche Toursieger Jan Ullrich (52) war als Gast vor Ort und verfolgte die Etappe. In der ARD sagte er: „Super, super, ich freue mich extrem, hier zu sein. Mein erster Besuch als Gast bei der Tour de France seit damals. Wir haben mit Florian Lipowitz ein deutsches Eisen im Feuer, meine Kinder dabei, alle sind nervös und aufgeregt.“

Ullrich zeigte sich beeindruckt von Lipowitz' Leistung: „Ich traue ihm zu, Jonas anzugreifen. Die Form wird immer besser. Das Podium traue ich ihm auf alle Fälle zu.“ Dieses Lob dürfte die Motivation des 25-Jährigen weiter steigern.

Pogacar dominiert erneut – vierter Etappensieg

Während Lipowitz kämpfte, dominierte Tadej Pogacar (27) die Etappe einmal mehr. Der „Tourminator“ griff 7,4 Kilometer vor dem Ziel an und holte sich seinen vierten Tagessieg bei der Tour 2026. Damit baute er seinen Vorsprung auf Vingegaard auf viereinhalb Minuten aus. Es war sein insgesamt 25. Etappensieg bei der Tour de France.

Die Zuschauer in Le Markstein erlebten einen sagenhaften Krimi. Lipowitz hängte Evenepoel kurz ab, doch der Franzose Paul Seixas (19) schoss durch das Spalier der Massen. Die Fans trotzten Wolkenbrüchen und verwandelten den Anstieg in ein Tollhaus.

Wetterkapriolen und nächste Herausforderung

Die Etappe begann im sintflutartigen Regen, doch nach sieben Kilometern wurde es sonnig und trocken. Red Bull-Bora-hansgrohe war lange mit fünf Fahrern vertreten, darunter die Doppelspitze Lipowitz und Evenepoel. Auf der 111 km langen Runde nach der ersten Zielpassage gab es ein Auf und Ab mit dem Wetter: erneut ein Wolkenbruch über dem Ziel, dann plötzlich Sonne im Tal. Fahrer versteuerten sich auf den nassen Fußgängerüberwegen und landeten beinahe in den Zuschauern – glücklicherweise ging alles gut.

Am Sonntag wartet die nächste Kletterpartie durch das Jura über 184 km von Campagnole auf das Plateau de Solaison Brison. Lipowitz wird erneut alles geben müssen, um seinen Platz unter den Top Ten zu verteidigen und vielleicht sogar das Podium anzugreifen.

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