Im ersten Finalspiel der Basketball-Bundesliga (BBL) zwischen dem FC Bayern München und Alba Berlin lieferte Andreas Obst eine Gala-Vorstellung ab. Der 29-jährige Nationalspieler erzielte 33 Punkte und führte sein Team zu einem 102:94-Sieg vor 10.760 begeisterten Fans in München. Damit gehen die Bayern in der Best-of-five-Serie mit 1:0 in Führung und sind nur noch zwei Siege von der Titelverteidigung und dem angestrebten Threepeat entfernt.
Obst trotz Infekt überragend
Besonders bemerkenswert: Obst war zuvor durch einen hartnäckigen Infekt geschwächt und hatte erst diese Woche wieder trainieren können. „Wirklich fit fühle ich mich – ehrlich gesagt – noch nicht“, gestand er nach der Partie. Dennoch traf er in den ersten beiden Vierteln fast nach Belieben und hielt sein Team im Spiel. Teamkollege Justus Hollatz zeigte sich sprachlos: „In der Halbzeit habe ich aufs Scoreboard geschaut und gesehen, dass er schon 24 Punkte hatte. Da war ich sprachlos.“
Anerkennung vom Gegner
Auch die Berliner zeigten sich beeindruckt. „Andi Obst ist Andi Obst. Es gibt Würfe, die er trifft, bei denen du nicht viel machen kannst“, sagte Albas Norris Agbakoko, der selbst 21 Punkte erzielte. Trainer Pedro Calles ergänzte: „Es gibt so viele Arten, wie er treffen kann. An Abenden wie diesem gibt es nicht viel, was man dagegen tun kann.“
Pesic schwärmt vom Basketball-Festival
Bayerns Trainer Svetislav Pesic, der im Sommer seine Karriere beenden will, lobte die gesamte Partie: „Das war ein richtiges Festival für den Basketball. Eines der besten Spiele, die ich in der Bundesliga gesehen und erlebt habe.“ Neben Obst trafen auch andere Akteure spektakulär, darunter Berlins Justin Bean (fünf Dreier bei sechs Versuchen) und Bayerns Justinian Jessup (drei Dreier im Schlussviertel).
Ausblick auf Spiel zwei
Spiel zwei der Serie findet am Sonntag (15.30 Uhr/Dyn) erneut in München statt. Die Spieler erwarten eine defensivere Partie. „Beide Mannschaften werden defensiv sehr, sehr viel anpassen“, prognostizierte Obst. „Wir werden es denen und sie es uns viel schwerer machen wollen.“ Auch Hollatz rechnet mit einer intensiven Videoanalyse: „Da wird der Fokus auf die Defensive gelegt.“



