Die 113. Tour de France hat ihren ersten Führenden im Gelben Trikot: Jonas Vingegaard (29) setzte sich mit seinem Team Visma-Lease a bike beim Mannschaftszeitfahren über 19,6 Kilometer in Barcelona durch. Der Däne und sein Rennstall verwiesen die Konkurrenz auf die Plätze und unterstrichen damit ihre Ambitionen auf den Gesamtsieg. Für die deutschen Teams verlief der Auftakt dagegen durchwachsen.
Red Bull-Bora-hansgrohe: Evenepoel enttäuscht
Red Bull-Bora-hansgrohe, als eines von zwei deutschen Teams am Start, belegte lediglich Rang fünf. Der belgische Kapitän Remco Evenepoel (26) kam als Fünfter ins Ziel, 19 Sekunden hinter dem Sieger. Noch bitterer: Florian Lipowitz (25), Dritter des Vorjahres, verlor während der Fahrt den Anschluss an sein Team und kam mit 35 Sekunden Rückstand als Achter ins Ziel. Evenepoel, der Doppel-Olympiasieger, zeigte sich entsprechend verärgert. „Das Gelbe Trikot fehlt noch in meiner Sammlung, aber heute war einfach nicht genug drin“, kommentierte er. Das zweite deutsche Team Lidl-Trek wurde Vierter, hat aber keinen deutschen Profi im Aufgebot.
Neue Regeln sorgen für Taktikvielfalt
Die Organisatoren führten eine Regeländerung ein: Statt der Zeit des vierten Fahrers zählt nun die des schnellsten Fahrers eines Teams für die Mannschaftswertung. Jeder Profi wird jedoch individuell gewertet. Dies führte zu unterschiedlichen Taktiken – von geschlossenem Fahren bis hin zu Einzelzeitfahren innerhalb des Teams. „Es war verrückt, Vingegaard überholte uns einfach“, schilderte ein Red-Bull-Sportdirektor die Szenen.
Duell der Topstars: Vingegaard schlägt zurück
Vingegaard setzte damit ein Ausrufezeichen im Kampf gegen Vierfachsieger Tadej Pogačar (27), der seinen fünften Triumph anstrebt. Pogačar, der im Mai den Giro d‘Italia gewann, zeigte sich kämpferisch: „Ich gehe davon aus, dass es ein harter Kampf wird.“ Der Fehdehandschuh ist geworfen. Die Olympiastadt Barcelona erlebte den dritten Tour-Start in Spanien nach San Sebastián 1992 und Bilbao 2023.



