Völler attackiert Argentinien: „Das hat mit Fußball nichts zu tun“
Völler attackiert Argentinien: Spielweise nicht Fußball

Applaus auf der Trainertagung: DFB-Sportdirektor Rudi Völler (66) hat am Montag beim Internationalen Trainer-Kongress der BDFL (Bund Deutscher Fußball-Lehrer) in Mainz eine deutliche Kritik an der Spielweise der argentinischen Nationalmannschaft geübt. Der Weltmeister von 1990 nutzte die Gelegenheit, um seine Sichtweise zur Defensivarbeit der Deutschen Mannschaft darzulegen und gleichzeitig ein Exempel zu statuieren.

Völler: „Die Argentinier waren plötzlich das Maß aller Dinge“

Auf die Frage, was sich bei der deutschen Nationalmannschaft verbessern müsse, antwortete Völler mit dem Fokus auf die Defensive. Dabei kritisierte er, dass die Argentinier nach ihrem WM-Triumph von vielen als Vorbild für gutes Verteidigen genannt wurden. „Ich habe gesagt, dass wir als Deutschland besser verteidigen müssen. Da haben viele ja auch die Argentinier als Beispiel genommen. Das fand ich ein schlechtes Beispiel“, so Völler wörtlich. Er fügte hinzu: „Auf einmal waren die Argentinier das Maß aller Dinge. Die Diskussion fand ich ein bisschen scheinheilig.“

Noch deutlicher wurde der 66-Jährige, als er erklärte: „Ich möchte keine Mannschaft haben, die spielt wie Argentinien. Das hat mit Fußball nichts zu tun.“ Diese Aussage quittierte das Publikum im voll besetzten Saal, darunter zahlreiche bekannte Trainer und Fußball-Persönlichkeiten aus ganz Deutschland, mit lautem Applaus. Völler stellte klar, dass er zwar den Erfolg der Argentinier anerkenne – sie wurden 2022 Weltmeister und 2026 Vizeweltmeister –, aber die Anerkennung für die als aggressiv und teils unsportlich empfundene Spielweise nicht nachvollziehen könne.

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Lob für Spanien und England als Kontrastprogramm

Im Gegensatz zu Argentinien hob Völler positive Beispiele hervor. „Spanien hat das Lob verdient und auch die Engländer haben sehr gut verteidigt“, sagte er. Beide Nationen hätten bei der Weltmeisterschaft demonstriert, wie man erfolgreich verteidigen könne, ohne den eigenen fußballerischen Ansatz aufzugeben. Völler betonte, dass Deutschland sich an diesen Teams orientieren solle: „Wir müssen unseren Weg finden, der zu uns passt – mutig, offensiv, aber auch kompakt in der Defensive.“

Die Veranstaltung bot einen Rahmen für intensive Diskussionen über die Zukunft des deutschen Fußballs. Der BDFL-Kongress gilt als wichtige Plattform für den Austausch unter Trainern und Verbandsfunktionären. Völlers Ausführungen kamen bei den Anwesenden gut an und lösten eine Debatte über die richtige Balance zwischen defensiver Stabilität und offensivem Spielstil aus.

Argentinien: Erfolg um jeden Preis?

Völlers Kritik zielt auf die argentinische Mentalität ab, die er als zu destruktiv empfindet. Während Lionel Messi und sein Team die Herzen vieler Fans eroberten, sieht der DFB-Sportdirektor die defensive Grundausrichtung als problematisch an. „Ja, sie sind Weltmeister und diesmal Vize-Weltmeister geworden. Aber dieses Lob habe ich bei vielen tatsächlich nicht verstanden“, resümierte Völler. Die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen von Spitzenfußball sein können – und dass der deutsche Fußball seinen eigenen Stil sucht.

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