Der spanische Fußballclub Atlético Madrid hat ein Angebot des Stadtrivalen Real Madrid in Höhe von 150 Millionen Euro für den argentinischen Nationalstürmer Julián Álvarez abgelehnt. Die Ablehnung erfolgte in ungewöhnlich spöttischer Form, was die angespannte Rivalität zwischen den beiden Vereinen unterstreicht.
Das Angebot und die Reaktion
Real Madrid hatte das Angebot zunächst mit den Worten bekannt gegeben: „Nach Prüfung und Bewertung hat der Club Atlético de Madrid das vorgelegte Angebot dankend abgelehnt, das im Rahmen der guten Beziehungen zwischen beiden Vereinen unterbreitet wurde.“ Atlético konterte jedoch prompt und verwies auf die im Vertrag von Álvarez festgelegte Ausstiegsklausel in Höhe von 500 Millionen Euro. Auf der Plattform X (ehemals Twitter) schrieb der Verein unter anderem: „Wie sollten wir uns nicht gut verstehen, wenn ihr uns noch mehr zum Lachen bringt als der FC Barcelona?“ Begleitet wurde der Post von lachenden Emojis.
Die Strategie von Pérez
Beobachter vermuten, dass Real-Präsident Florentino Pérez nicht wirklich an einer Verpflichtung von Álvarez interessiert ist. Vielmehr könnte es ihm darum gehen, den Preis des Spielers in die Höhe zu treiben, um den Erzrivalen FC Barcelona zu ärgern. Barcelona soll zuvor laut Medienberichten ein Angebot in Höhe von 100 Millionen Euro für Álvarez abgegeben haben. Pérez, der am Sonntag als Präsident von Real Madrid wiedergewählt wurde, hatte im Wahlkampf versprochen: „Wir werden das größte Angebot abgeben, das jemals für einen Spieler gemacht wurde.“ Spanische Medien spekulierten daraufhin über eine Summe von rund 150 Millionen Euro.
Die Lage bei Barcelona
Der von Ex-Bundestrainer Hansi Flick gecoachte spanische Meister Barcelona plant, im Sommer einen Stürmer zu verpflichten, um Robert Lewandowski zu ersetzen. Der Pole hat bereits angekündigt, den Verein zu verlassen. Ein Transfer von Álvarez könnte daher für Barcelona interessant sein, auch wenn die finanziellen Mittel begrenzt sind.
Reals Transferpläne
In einem Interview nach seiner Wiederwahl wies Pérez Medienberichte zurück, wonach er für 150 Millionen Euro Bayerns Stürmerstar Michael Olise nach Madrid holen wolle. „Es ist nicht (Erling) Haaland, es ist nicht Olise, es ist nicht (Jérémy) Doku“, versicherte der 79-Jährige. Nach Einschätzung von Experten muss Real nach der zweiten titellosen Saison in Serie vor allem das Mittelfeld verstärken, da der Angriff mit Stars wie Vinícius Júnior und Kylian Mbappé bereits gut besetzt ist. Im Gespräch sind zwei portugiesische Spieler von Champions-League-Sieger Paris Saint-Germain: Vitinha und Joao Neves.
Spott und Häme von Atlético
Atlético Madrid nutzte die Gelegenheit, um sich über den Stadtrivalen lustig zu machen. In Anspielung auf eine Aussage von Papst Leo XIV., der bei einem Treffen mit Pérez zugegeben hatte, Fan von Real Madrid zu sein, schrieb Atlético in den sozialen Netzwerken: „Ihr habt den Teil im Video des Papstes weggelassen, in dem er sagte, dass er auch Atléti-Fan ist.“ Eine weitere Spitze folgte: Real solle endlich aufhören, „Spieler aus unserer Akademie zu stehlen“. Der Poker um Álvarez ist damit vorerst beendet, doch die Rivalität zwischen den beiden Madrider Clubs bleibt so lebendig wie eh und je.



