Die Fußballwelt nimmt Abschied von einer ihrer größten Verteidiger-Legenden: Franco Baresi ist am vergangenen Freitag im Alter von 66 Jahren nach längerer Krankheit gestorben. Am Montag versammelten sich Tausende Menschen in den Straßen von Mailand, um dem langjährigen Kapitän des AC Mailand die letzte Ehre zu erweisen. Die Trauerfeier fand in der Basilika Sant’Ambrogio statt, umgeben von Familie, Weggefährten und unzähligen Fans in den Vereinsfarben Rot-Schwarz.
Ein Leben für den AC Mailand
Baresi, der 1982 mit Italien Weltmeister wurde – wenn auch ohne Einsatz –, verbrachte seine gesamte Profikarriere beim AC Mailand. Von 1977 bis 1997 absolvierte er 719 Pflichtspiele und erzielte dabei 33 Tore. 15 Jahre lang führte er die Mannschaft als Kapitän an. Mit den Rossoneri gewann er insgesamt 18 Titel, darunter sechs italienische Meisterschaften, drei Champions-League-Titel und zwei Klub-Weltmeisterschaften. Seine Rückennummer 6 wird beim Verein nicht mehr vergeben.
Bei der Trauerfeier waren zahlreiche prominente Weggefährten anwesend. Paolo Maldini, der wie Baresi nur für Milan spielte und mit ihm eines der besten Innenverteidiger-Duos der Fußballgeschichte bildete, kam ebenso wie die Niederländer Marco van Basten und Clarence Seedorf. Auch Roberto Baggio, Alessandro Costacurta und Roberto Donadoni erwiesen ihrem ehemaligen Teamkollegen die letzte Ehre. Überraschend tauchte auch Barbara Becker, die Ex-Frau von Tennis-Legende Boris Becker, mit ihrem italienischen Lebensgefährten Marcello Montini auf.
Fans und Fahnen: Die Nummer 6 allgegenwärtig
Rund um die Basilika Sant’Ambrogio herrschte eine bewegte Atmosphäre. Fans schwenkten riesige Fahnen mit Baresis legendärer Rückennummer 6, und der Vorplatz war dicht gefüllt mit Trauernden. In der Kirche lagen zwischen den Kränzen die Trikots der italienischen Nationalmannschaft und des AC Mailand. Die Anteilnahme zeigt, wie tief Baresi in der Fußballgemeinschaft verwurzelt war.
Marco van Basten, der von 1987 bis 1995 für Milan spielte und in 147 Spielen 90 Tore erzielte, war sichtlich bewegt. Auch Milans langjähriger Torwart Dida (52) wurde gesichtet, wie er mit Journalisten sprach. Claudio Ranieri, seit Ende Juli technischer Direktor beim italienischen Fußballverband, lief mit gesenktem Kopf durch die Menge.
Abschied einer Ära
Franco Baresi hinterlässt nicht nur eine beeindruckende Titelsammlung, sondern auch eine Erinnerung an eine Ära, in der Milan zu den besten Teams Europas gehörte. Seine Verbundenheit zum Verein und zu den Fans war legendär. Die Trauerfeier in Mailand war ein würdiger Abschied für einen Spieler, der weit über seine sportlichen Erfolge hinaus als Identifikationsfigur galt.



