Oliver Baumann, Torhüter des SC Freiburg, hat nach seiner Nichtberücksichtigung für die Europameisterschaft 2024 ein klärendes Telefonat mit Bundestrainer Julian Nagelsmann geführt. Der 33-Jährige zeigte Verständnis für die Entscheidung, gab aber auch zu, dass der Anruf ihn emotional mitgenommen habe.
Baumann: "Es tat schon weh"
In einem Interview mit der "Badischen Zeitung" äußerte sich Baumann erstmals ausführlich zu dem Gespräch. "Es tat schon weh, diese Nachricht zu bekommen", sagte er. "Aber Julian hat mir seine Entscheidung sehr gut erklärt. Er hat mir gesagt, dass er mit Manuel Neuer, Marc-André ter Stegen und Bernd Leno drei Torhüter mitnimmt, die in der Vergangenheit bereits mehr Länderspielerfahrung gesammelt haben."
Baumann, der bislang ohne Länderspiel ist, zeigte sich trotzdem nicht verbittert: "Ich kann das nachvollziehen. Es ist eine sportliche Entscheidung, die ich akzeptieren muss. Ich werde weiterhin alles geben, um mich für zukünftige Nominierungen zu empfehlen."
Nagelsmanns Erklärung und Baumanns Reaktion
Der Bundestrainer hatte Baumann persönlich angerufen, um ihm die Nichtberücksichtigung mitzuteilen. Laut Baumann sei das Gespräch respektvoll und wertschätzend gewesen. "Er hat sich Zeit genommen und mir seine Gedanken dargelegt. Das schätze ich sehr. Das zeigt, dass er jeden Spieler ernst nimmt."
Die Entscheidung fiel zugunsten von Neuer, ter Stegen und Leno. Neuer kehrt nach seiner Verletzung zurück, ter Stegen ist die Nummer zwei, und Leno bringt Erfahrung aus der Premier League mit. Baumann, der in der Bundesliga starke Leistungen gezeigt hat, muss sich damit abfinden, die EM im Fernsehen zu verfolgen.
Karrierehöhepunkt verpasst
Für Baumann, der seit 2014 für den SC Freiburg spielt, wäre die EM-Teilnahme ein Höhepunkt seiner Karriere gewesen. "Es ist natürlich schade, dass ich nicht dabei bin. Aber ich bin realistisch genug, um zu wissen, dass die Konkurrenz im Tor riesig ist."
Der Torhüter betonte, dass er die Entscheidung nicht als Rückschlag, sondern als Motivation sieht: "Ich werde weiter hart arbeiten. Mein Ziel ist es, bei der nächsten WM im Kader zu stehen."
DFB und die Torhüterfrage
Die Torhüterfrage im DFB-Team ist seit Jahren ein Diskussionsthema. Neuer, ter Stegen und Leno haben alle ihre Qualitäten, doch die Konkurrenz ist hart. Baumann, der in der abgelaufenen Saison erneut zu den besten Torhütern der Bundesliga zählte, hätte sich Hoffnungen machen dürfen.
Doch Nagelsmann setzt auf die Erfahrung der etablierten Kräfte. Baumann akzeptiert das: "Ich habe großen Respekt vor den Leistungen von Manuel, Marc und Bernd. Sie haben über Jahre hinweg auf höchstem Niveau gespielt. Da muss ich mich hinten anstellen."
Zukunft ungewiss
Ob Baumann noch eine Chance auf Länderspiele bekommt, ist ungewiss. Mit 33 Jahren gehört er nicht mehr zu den jüngsten Spielern, doch im Tor zählt Erfahrung. "Ich fühle mich fit und habe noch viel vor. Das Alter spielt für mich keine Rolle."
Die kommende Saison wird zeigen, ob Baumann weiterhin auf diesem Niveau performen kann. Sollte er verletzungsfrei bleiben und stark halten, könnte er sich für die WM 2026 empfehlen. Bis dahin will er sich auf den SC Freiburg konzentrieren und mit dem Verein erfolgreich sein.



