Nationaltorhüter Oliver Baumann hat nach der Fußball-WM ein klärendes Telefonat mit dem damaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann geführt. Der 36-Jährige von der TSG Hoffenheim berichtete, dass Nagelsmann die Degradierung leid tat. „Es tat ihm schon leid, wie am Ende alles gelaufen ist“, sagte Baumann laut Medienberichten im österreichischen Seefeld, wo sich die TSG auf die neue Bundesliga-Saison vorbereitet.
Ein einstündiges Telefonat brachte Klarheit
Baumann erzählte, dass das Gespräch vor etwa zehn Tagen stattfand und rund eine Stunde dauerte. „Wir haben sowieso abgemacht, dass wir telefonieren. Dann haben wir eine knappe Stunde telefoniert. Das, was mir wichtig war, habe ich ihm alles gesagt“, wird der Torhüter von „Bild“ und „Kicker“ zitiert. Emotional sei das Gespräch jedoch nicht gewesen, „sondern ganz sauber. Damit ist das Thema sauber erledigt“.
Nagelsmann hatte Baumann, der ursprünglich als Nummer 1 eingeplant war, wenige Wochen vor dem Turnier in den USA, Kanada und Mexiko den Stammplatz entzogen. Stattdessen setzte er auf Manuel Neuer vom FC Bayern, der zuvor aus der Nationalelf zurückgetreten war. Das frühe Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay konnte auch Neuer nicht verhindern – und kostete Nagelsmann letztlich den Job.
Baumann: „Natürlich musste ich schlucken“
Baumann gab zu, dass die Degradierung schmerzhaft war. „Natürlich musste ich schlucken. Ich habe dieses große Ziel gehabt“, sagte er. Phasenweise sei es nicht einfach gewesen und habe Energie gekostet. Dennoch betonte er: „Ich habe es aber geschafft, der Mannschaft viel Energie zu geben. Ich finde schon, dass ich von meiner Seite aus den Grundstein so gelegt habe, dass dem Erfolg nichts im Weg steht.“
Trotz der bitteren Erfahrung hat Baumann weiterhin ein „sehr gutes Verhältnis“ zu Nagelsmann. „Da werden dann sportliche Entscheidungen akzeptiert und somit ist das Thema für mich abgehakt“, erklärte er.
Blick nach vorn: Unter Klopp bereit für DFB-Einsätze
Unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp will Baumann weiterhin für die Nationalmannschaft zur Verfügung stehen. „Ich freue mich auf alles, was in der Zukunft kommt, und freue mich auf neue Aufgaben. Wir haben bisher noch keinen Kontakt gehabt, aber für mich persönlich ändert sich nichts. Ich bin da, freue mich, wenn er sich meldet, und freue mich auf das, was kommt“, sagte der Torhüter.
Baumann befindet sich mit der TSG Hoffenheim in der Vorbereitung auf die neue Saison. Die Mannschaft trainiert derzeit im österreichischen Seefeld. Die Bundesliga startet in wenigen Wochen, und Baumann hofft, mit guten Leistungen auch beim neuen Bundestrainer zu punkten.



