Nach dem deutlichen 4:1-Erfolg gegen die USA im Achtelfinale geht die belgische Nationalmannschaft mit breiter Brust in das WM-Viertelfinale gegen Spanien. Die Mannschaft setzt auf eine Mischung aus erfahrenen Stars der sogenannten „goldenen Generation“ und vielversprechenden Talenten. Nationaltrainer Rudi Garcia vertraut dabei auf Spieler wie Kevin De Bruyne, Thibaut Courtois und Romelu Lukaku, aber auch auf den 21-jährigen Matias Fernandez-Pardo, der das Potenzial für eine neue Ära hat.
Inoffizielle Hymne und Fan-Unterstützung
Die belgischen Fans feiern ihr Team mit dem Song „We are Belgium, we are small, klein, petit. Most underrated country in the whole galaxy“ von Average Bob. Diese inoffizielle Hymne läuft überall dort, wo belgische Anhänger ihre Mannschaft anfeuern. Der Song unterstreicht den Stolz auf das kleine, aber ambitionierte Land, das nun im Viertelfinale steht.
Emotionaler Sieg gegen die USA
Der Sieg gegen die USA war besonders emotional, da die Belgier von einer umstrittenen FIFA-Entscheidung angetrieben wurden: Auf Trumps Bitte hin wurde die Rotsperre des US-Spielers Balogun aufgehoben. „Wir hatten wirklich Eier – das braucht man in so einem Spiel“, kommentierte Romelu Lukaku, der das 4:1 erzielte. Sein Torjubel, bei dem er den Trump-Dance imitierte, sorgte international für Aufsehen. US-Footballstar Leonard Fournette, der Lukaku ähnlich sieht, scherzte auf Instagram: „Jetzt kann ich nicht mehr nach draußen gehen.“
Ticketpreise sinken nach US-Aus
Ein positiver Nebeneffekt des belgischen Erfolgs: Die Ticketpreise für das Viertelfinale gegen Spanien (21 Uhr, ZDF und Magenta) sind drastisch gefallen. Nach dem Ausscheiden des Gastgebers USA gingen die Preise innerhalb weniger Stunden um 60 Prozent zurück. Dennoch kostet der günstigste Platz immer noch über 1200 Dollar. Vielleicht können sich nun mehr belgische Fans den Stadionbesuch in Los Angeles leisten.
Spanien respektiert Belgien
Der spanische Mittelfeldspieler Dani Olmo zeigte sich vor dem Spiel voller Respekt: „Belgien hat ein sehr komplettes Team.“ Er lobte insbesondere Torhüter Thibaut Courtois, der zur „goldenen Generation“ gehört, und bezeichnete das Viertelfinale bereits als „Finale“. Courtois selbst ist zuversichtlich: „Es gibt Überraschungen in jedem Turnier – ich denke, wir können eine davon sein.“ Trotz des verletzungsbedingten Ausfalls von Mittelfeldstar Amadou Onana, der sich im Achtelfinale das Kreuzband riss, ist das Vertrauen in die eigenen Stärken groß.
Fernandez-Pardo: Herz für Spanien, Trikot für Belgien
Für Stürmer Matias Fernandez-Pardo hat das Viertelfeine eine besondere Bedeutung. Der 21-Jährige besitzt die doppelte Staatsangehörigkeit und wäre auch für Spanien spielberechtigt gewesen. Nachdem er in seiner Jugend für Belgien spielte, wurde er 2024 für Spanien nominiert. „Mein Herz ist für immer mit Spanien“, sagte er damals. Nach einem Beraterwechsel entschied er sich jedoch im Mai dieses Jahres endgültig für Belgien. In Spanien wird ihm diese Entscheidung übel genommen, doch Fernandez-Pardo betont, er habe nie wirklich gesagt, dass er für Spanien spielen wolle.
Ausblick auf das Viertelfinale
Die belgische Mannschaft hofft, die Siegesserie der Spanier am Freitagabend zu brechen. Mit einer Mischung aus Erfahrung und Jugend sowie dem Rückenwind des USA-Sieges ist der Traum von einem goldenen Turnierabschluss greifbar – ob mit oder ohne Pokal.



