Viel ist im Vorfeld dieser Fußball-WM kritisiert worden. Am Ende muss man sagen: Das Kalkül der Fifa ist komplett aufgegangen. Die Weltmeisterschaft ist eine globale Show – und Fußball wurde am Rande auch noch gespielt. Herzlichen Glückwunsch, Gianni Infantino!
Eine globale Show ohne nennenswerte Störungen
Die Befürchtungen vor dem Turnier waren groß: Menschenrechtsverletzungen, Korruption, logistische Probleme. Doch die Fifa und ihr Präsident Gianni Infantino haben sich durchgesetzt. Die WM wurde zu einem medialen Großereignis, das die Weltöffentlichkeit in seinen Bann zog. Die Eröffnungsfeier und das Finale mit Shakira als Halbzeitshow waren nur Höhepunkte einer Inszenierung, die kaum Wünsche offenließ.
„Die Weltmeisterschaft ist eine einzige große Party“, sagte ein Sprecher der Fifa. Tatsächlich fanden die Spiele vor vollen Rängen statt, und die Übertragungen erreichten Rekordquoten. Kritiker, die einen Boykott gefordert hatten, blieben weitgehend ungehört.
Sportlich: Überraschungen und Dominanz
Auch sportlich bot die WM einige Höhepunkte. Neben den erwarteten Top-Nationen konnten sich auch Außenseiter in Szene setzen. Die Taktik der Fifa, das Turnier in mehrere Länder zu vergeben, zahlte sich aus: Neue Fußballmärkte wurden erschlossen, und die Begeisterung vor Ort war riesig.
„Der Fußball hat gewonnen“, resümierte ein Kommentator. Insgesamt fielen in 64 Spielen 172 Tore, was einem Schnitt von 2,69 pro Partie entspricht. Die Zuschauerzahlen in den Stadien lagen bei durchschnittlich 98 Prozent der Kapazität.
Die Kritik verpufft – was bleibt?
Die anhaltende Kritik an den Zuständen in den Gastgeberländern und an der Fifa selbst scheint verhallt zu sein. Infantino kann zufrieden auf die vergangenen Wochen zurückblicken: Sein Kurs der Kommerzialisierung und Eventisierung des Fußballs hat sich einmal mehr bewährt. Die Frage ist nur, zu welchem Preis.
„Am Ende zählt nur das Spektakel“, so ein Sportökonom. Die Fifa wird ihre Strategie fortsetzen, weitere Turniere in umstrittenen Regionen auszurichten. Die nächste WM steht bereits in den Startlöchern – und die Diskussionen werden von Neuem beginnen.



