Der „Zwerg“ unter den Profis: So tickt der neue Volleys-Starcoach
Sein Spitzname klingt alles andere als furchteinflößend: „Nano“ – italienisch für Zwerg. Doch hinter dem harmlosen Namen verbirgt sich einer der erfolgreichsten und angesehensten Volleyball-Trainer der Welt. Andrea Anastasi (65) soll die BR Volleys als vierter Trainer in den vergangenen sechs Monaten wieder in ruhigeres Fahrwasser führen. Der Italiener gilt als Disziplin-Fanatiker, Menschenkenner und Perfektionist und bringt dabei weit mehr mit als nur eine beeindruckende Titelsammlung.
Vom Außenangreifer zum Weltklasse-Coach
Den Spitznamen erhielt Anastasi während seiner aktiven Karriere. Mit 1,83 Metern war er für einen Volleyball-Außenangreifer vergleichsweise klein. Aufgewachsen ist Anastasi im norditalienischen Poggio Rusco in der Provinz Mantua. Dort kam er als Teenager erstmals mit Volleyball in Berührung, ehe er mit 17 Jahren seine Profikarriere startete. Später veröffentlichte Anastasi gemeinsam mit dem Journalisten Kamil Składowski sogar seine Autobiografie „Andrea Anastasi: Lizenz zum Trainer“.
Privatleben und Engagement
Abseits der Volleyball-Halle hält Anastasi sein Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannt ist, dass der Italiener mit seiner Ehefrau Erica Bertelli zusammenlebt. Die beiden lernten sich durch den Sport kennen und engagieren sich gemeinsam für soziale und kulturelle Projekte.
Ein kompromissloser Arbeiter an der Seitenlinie
Wer jetzt aber einen launigen italienischen Genießer an der Seitenlinie erwartet, liegt daneben. Anastasi gilt als kompromissloser Arbeiter. Pünktlichkeit, Konzentration und Disziplin sind für ihn nicht verhandelbar. Im Training soll er keine Zeit verschwenden, schnell zum Kern der Übungen kommen und von seinen Spielern volle Aufmerksamkeit einfordern.
Direkter Austausch ist ihm wichtig
Trotz seiner Erfolge gilt Anastasi nicht als distanzierter Starcoach. Bei seiner Vorstellung in Berlin verriet der Italiener, dass ihn vor allem das persönliche Treffen mit Manager Kaweh Niroomand überzeugt habe. „Wenn du etwas entscheidest, musst du die Person vor dir haben und kennen. Das ist notwendig“, sagte Anastasi. Für den 65-Jährigen sind Videoanrufe und Telefonate kein Ersatz für den direkten Austausch.
Erfolgsbilanz spricht für sich
Dass die BR Volleys große Hoffnungen in ihren neuen Coach setzen, kommt nicht von ungefähr. Anastasi gewann als Trainer unter anderem drei Europameistertitel, Olympia-Bronze und die Klub-Weltmeisterschaft. Jetzt soll der Italiener seine beeindruckende Erfolgsgeschichte in Berlin weiterschreiben.



