Collina verteidigt umstrittene Tah-Tor-Entscheidung gegen Paraguay
Collina: Tah-Tor-Entscheidung korrekt

Die umstrittene Szene im WM-Sechzehntelfinale zwischen Deutschland und Paraguay sorgt weiterhin für Diskussionen. Jonathan Tah erzielte per Kopf die vermeintliche 2:1-Führung, doch die Videoschiedsrichterin griff ein. Referee Jalal Jayed ließ das Tor wegen eines Fouls von Waldemar Anton an Torwart Orlando Gill nicht zählen. Bundestrainer Julian Nagelsmann sprach daraufhin von einem „Vollskandal“. Nun hat sich Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina zu Wort gemeldet und die Entscheidung verteidigt.

Collina: Keine Überraschung bei Regelverstößen

In einem Beitrag des Weltverbands schreibt der Italiener grundsätzlich über Situationen wie zwischen Anton und Gill. „Trainer und Spieler wurden darüber informiert. Daher sollte es keine Überraschung sein, wenn Schiedsrichter solche Vergehen ahnden“, so Collina. Er nennt Anton nicht beim Namen, sein Beitrag endet jedoch mit einem großen Foto der strittigen Szene, bei der der Körperkontakt des DFB-Verteidigers mit Gill grafisch hervorgehoben wird.

Empfehlungen für Schiedsrichter

Collina erläutert, dass den Schiedsrichtern empfohlen worden sei, besonderes Augenmerk auf Situationen zu legen, die „im Zusammenhang mit den taktischen Vorgehensweisen einzelner Mannschaften auftreten können“. Ein Beispiel sei, wenn angreifende Spieler versuchen, verteidigende Spieler an ihrer Bewegung zu hindern. Zwar stelle das bloße Einnehmen oder Halten einer Position kein Foul dar. „Wenn ein angreifender Spieler jedoch kein Interesse am Ball hat und sich – selbst nur geringfügig – bewusst mit der klaren Absicht bewegt, die Laufbewegung eines Gegenspielers zu behindern und ihn dadurch am Verteidigen zu hindern, sollten die Schiedsrichter und – falls erforderlich – auch der VAR die Situation sorgfältig analysieren und eingreifen“, schreibt Collina. „Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torhüter daran zu hindern, das Tor wirksam zu verteidigen.“

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Kritik an der Entscheidung

Die Entscheidung von Schiedsrichter Jayed wurde hart kritisiert, unter anderem mit der Begründung, dass Torhüter wie Feldspieler behandelt werden und keinen besonderen Schutz genießen. In einer Mitteilung des International Football Association Boards (IFAB) vom Februar zu Regeländerungen sowie im Fifa-Regelwerk hinsichtlich der WM lässt sich jedoch nichts zu dieser spezifischen Auslegung finden. Zudem wurden ähnliche Situationen bei Eckbällen im WM-Verlauf von anderen Schiedsrichtern anders bewertet.

Nagelsmann unter Druck

Bundestrainer Julian Nagelsmann wirkt bei der WM wie jemand, der ein Leck nach dem anderen stopft und dabei übersieht, dass das Boot auf einen Eisberg zurast. Das könnte ihn den Job kosten. Mehr dazu lesen Sie hier.

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