Die Zukunft des Weltfußballs hängt an einer entscheidenden Frage: Wie wird die Fifa ihren Skandal-Präsidenten Gianni Infantino los? DFB-Präsident Bernd Neuendorf (65) steht nun im Zentrum der Machtprobe. Als Mitglied des Fifa-Councils kann er beweisen, dass er ein starker Präsident ist und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) international wieder an Gewicht gewinnt.
Der Fifa-Rat als letzte Instanz
Das Fifa-Council, auch Fifa-Rat genannt, fungiert als eine Art Regierung des Weltfußballs. Es umfasst 37 Mitglieder. Neben Präsident Infantino und Uefa-Präsident Aleksander Ceferin sind sechs weitere Europäer vertreten – darunter Bernd Neuendorf. Diese Konstellation ist entscheidend, denn die Europäer waren die ersten, die sich geschlossen und unmissverständlich gegen Infantinos Pläne stellten, Teile der Weltmeisterschaften an private Investoren zu verkaufen.
Bisher galt das Council als eine Herde von braven Abnickern. Selbst als Infantino Weltmeisterschaften quasi im Alleingang vergab – etwa 2034 an Saudi-Arabien – wurde einhellig genickt. Auch Neuendorf hat genickt. Als normales Mitglied des Fifa-Rates erhält er eine jährliche Nettovergütung von 250.000 US-Dollar. Doch mit dieser Haltung soll jetzt Schluss sein.
Die Stunde der Entscheidung
Eine Sondersitzung des Fifa-Councils könnte den Weg ebnen. Dort müsste Infantino Rechenschaft ablegen und würde zum Rücktritt aufgefordert. Neuendorf kann zeigen, dass er ein starker Präsident ist. Der DFB, immerhin der größte Einzelverband der Welt mit acht Millionen Mitgliedern, kann international endlich wieder an Gewicht zulegen.
Es ist jedoch zu erwarten, dass Infantino keinesfalls freiwillig zurücktreten wird. Eher wird er tief in seine Trickkiste greifen, um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Sollten die Funktionäre einknicken, wäre das eine Katastrophe für den Fußball.
Neuendorf an der Seite von Ceferin
Neuendorf muss das an der Seite von Uefa-Präsident Ceferin verhindern. Sie müssen den 211 Mitgliedsverbänden der Fifa klarmachen, dass man so nicht weitermachen kann, wie es in der Knallhart-Erklärung der Uefa formuliert wurde. Es wäre eine Katastrophe für den Fußball, wenn die Funktionäre einknicken würden.
Infantino muss weg! Alles andere wäre eine katastrophale Niederlage – vor allem für die Uefa und den DFB. Die Weltöffentlichkeit beobachtet genau, wie sich die mächtigsten Männer des Fußballs positionieren. Neuendorf hat jetzt die historische Chance, sich als entschlossener Führer zu profilieren.



