Deutschland scheitert im Elfmeterschießen an Paraguay
Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Weltmeisterschaft 2026 in den USA bereits im Sechzehntelfinale ausgeschieden. Gegen Paraguay verlor das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann nach 120 Minuten mit 4:5 im Elfmeterschießen. Der Auftritt war desaströs, die Enttäuschung riesig.
Nagelsmann wettert gegen Schiedsrichterentscheidung
Nach der Partie suchte Nagelsmann nach Ausreden und kritisierte vor allem eine Szene in der 102. Minute: Jonathan Tah hatte Deutschland mit einem Kopfball vermeintlich mit 2:1 in Führung gebracht, doch Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko annullierte den Treffer nach VAR-Check. Grund war ein Kontakt zwischen Waldemar Anton und Paraguays Torwart Orlando Gill im Fünfmeterraum. Nagelsmann tobte am ZDF-Mikrofon: „Das ist ein Vollskandal! Es ärgert mich, weil es das 2:1 zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt gewesen wäre.“ Er ergänzte: „Es gibt Spiele, die du dreckig gewinnen musst. Das Spiel heute hätten wir wahrscheinlich dreckig gewonnen.“
Kimmich, Tah und Amiri widersprechen dem Bundestrainer
Bemerkenswert: Die eigenen Spieler ließen die Ausrede nicht gelten. Joshua Kimmich stellte klar: „Es darf heute keiner auf die Idee kommen, den Schiedsrichter oder das Elfmeterschießen dafür verantwortlich zu machen. Wenn du es über 120 Minuten nicht schaffst, zu gewinnen, dann scheidest du verdient aus.“ Jonathan Tah sagte: „Für mich war das auf jeden Fall kein Foul. Aber am Ende müssen wir die Entscheidung der Schiedsrichter akzeptieren. Wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen.“ Nadiem Amiri betonte: „Ob es hätte zählen müssen – hin oder her. Mit unserer Qualität hättest du Paraguay über 120 Minuten rausschmeißen müssen. Wir waren einfach nicht gut genug und sind verdient rausgeflogen.“
Nagelsmanns weitere Ausreden: Statistik und vergebene Chancen
Nagelsmann führte auf der Pressekonferenz weitere Argumente ins Feld: „Wir hatten statistisch ganz gute Werte, haben auch die Vorrunde nochmal auswerten lassen. Da waren wir eigentlich auf einem ordentlichen Weg.“ Zudem verwies er auf eine vergebene Chance von Deniz Undav in der 6. Minute: „Den Ball müssen wir einfach quer spielen, da stehen zwei Spieler völlig allein vor dem leeren Tor. In so einer Situation dürfen wir den Ball nicht ins Tor chippen wollen.“
Historischer Tiefpunkt: Drittes frühes WM-Aus in Folge
Deutschland scheitert damit zum dritten Mal in Folge früh bei einer Weltmeisterschaft: 2018 und 2022 war bereits in der Gruppenphase Schluss, nun in der ersten K.o.-Runde. Die Zukunft von Julian Nagelsmann als Bundestrainer ist offen.



