Eintracht Frankfurt Frauen: CL-Quali mit Umbruch
Eintracht Frankfurt Frauen: CL-Quali mit Umbruch

Die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt starten als erster und einziger Bundesligist in dieser Woche in ihre Pflichtspiel-Saison – und das unter mächtigem Druck. Beim Miniturnier der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation im heimischen Stadion am Brentanobad zählt für die Mannschaft von Cheftrainer Niko Arnautis nur der Sieg. Denn nur dieser garantiert das Weiterkommen in die dritte und letzte Qualifikationsrunde vor dem Einzug in die Gruppenphase der Königsklasse. Das Team befindet sich dabei mitten in einem personellen Umbruch.

Die Ausgangslage: Nur der Sieg zählt

Die Eintracht-Frauen haben sich als Dritte der abgelaufenen Bundesliga-Saison zum fünften Mal in Folge für den europäischen Wettbewerb qualifiziert. Doch nur einmal, in der Saison 2023/24, gelang der Sprung in die Gruppenphase der Champions League. Sportdirektorin Babett Peter hat das Ziel ausgegeben: „Wir wollen uns auf internationaler Ebene etablieren.“ Um die Chancen auf die Gruppenphase und die damit verbundenen wirtschaftlichen Erträge zu erhöhen, hat sich die Eintracht erneut die Ausrichtung des Miniturniers gesichert, wie Peter betonte.

Der FC Bayern München ist als Meister automatisch für die Ligaphase qualifiziert, während Vizemeister VfL Wolfsburg erst Ende August in der letzten Qualifikationsrunde einsteigt. Frankfurt muss also den schwereren Weg gehen.

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Der Weg: Erst Zypern, dann Skandinavien?

Als erste Aufgabe wartet am Mittwoch (19.00 Uhr) das Halbfinale gegen den AC Omonia Nicosia aus Zypern, der seine Premiere auf dieser Ebene feiert. „Es ist nicht so einfach, an Material des Teams heranzukommen“, sagt Arnautis. „Aber am Ende geht es darum, was wir selbst auf dem Feld machen.“ Sollten die Gastgeberinnen diese Hürde überwinden, treffen sie im Finale am Samstag (19.00 Uhr) auf den Sieger des Duells zwischen Valerenga IF aus Norwegen und Malmö FF aus Schweden.

Die Vorbereitung ist noch nicht abgeschlossen, die Liga-Saison beginnt erst am 21. August. „Wir sind noch mitten in der Vorbereitung und sind sicher noch nicht fertig“, betont Arnautis. „Aber wir sollten so weit sein, um diese Spiele zu gewinnen.“

Der Umbruch: Zehn Abgänge, fünf Neuzugänge

Wie schon 2025 hat die Eintracht auch in diesem Sommer einen starken Umbruch erlebt. Zehn Spielerinnen haben den Verein verlassen, darunter Leistungsträgerinnen wie die deutschen Nationalspielerinnen Nicole Anyomi (London City), Elisa Senß (Real Madrid) und die Schweizerin Géraldine Reuteler (Arsenal FC). Demgegenüber stehen erst fünf Neuzugänge: Bundesliga-Torschützenkönigin Larissa Mühlhaus (zuvor Werder Bremen), die elfmalige DFB-Auswahlspielerin Paulina Krumbiegel (Juventus Turin), die Niederländerin Danique Tolhoek, die Australierin Jamilla Rankin und die Schwedin Hanna Bennison.

„Wir schauen uns weiter auf dem Markt um“, sagt Arnautis. „Aber ein Transfer muss auch sinnvoll sein.“ Einstweilen muss der 46-Jährige mit den Spielerinnen auskommen, die ihm zur Verfügung stehen. Darin sieht der dienstälteste Trainer der Bundesliga kein Problem. Doch wenn die Eintracht in den nächsten Monaten in drei Wettbewerben spielen sollte, brauche der Kader mehr Tiefe.

Hängepartie um Laura Freigang

Zudem schwebt weiterhin eine mögliche Sperre der bisherigen Kapitänin Laura Freigang über dem Verein. Die Nationalstürmerin hat drei Dopingtests verpasst, der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes ermittelt seit Anfang Juni gegen sie. Eine Entscheidung steht noch aus, was die Planungen zusätzlich erschwert.

Sollte es nicht für einen Finalsieg beim Miniturnier reichen, könnten die Frankfurterinnen als Zweit- oder Drittplatzierte in den Europa Cup einziehen. Dort waren sie bei der Premiere in der vergangenen Saison im Halbfinale gegen den späteren Pokal-Sieger BK Häcken ausgeschieden. Ein erneutes Scheitern in der Qualifikation wäre ein herber Rückschlag für die Ambitionen des Vereins.

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