René Klingbeil, der 44-jährige ehemalige Bundesligaprofi des Hamburger SV, hat einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen, um die höchste Trainerqualifikation im europäischen Fußball zu erlangen. Da ihm in Deutschland der Zugang zu einem entsprechenden Lehrgang verwehrt blieb, absolviert er die UEFA-Pro-Lizenz nun in Lettland.
Weg zur Lizenz führte über halb Europa
„Ich habe versucht, in Deutschland in den Lehrgang zu kommen, bin aber einfach nicht reingekommen. Ich habe es dann durch halb Europa probiert – Litauen, Lettland, Malta, Schottland. Am Ende bin ich in Lettland reingekommen und bin ehrlich gesagt stolz darauf“, berichtet Klingbeil. Seit April sitzt der frühere Abwehrspieler wieder auf der Schulbank. Ein Großteil der Ausbildung findet online statt, hinzu kommen Präsenzphasen in Riga. Insgesamt dauert der Lehrgang zwei Jahre.
Internationale Erfahrungen in Kamerun
Parallel sammelt Klingbeil bereits internationale Erfahrungen. Aktuell hält er sich für seinen Klub KSV Hessen Kassel in Kamerun auf. Der Regionalligist plant eine Zusammenarbeit mit dem Erstligisten Dynamo Douala. „Ich schaue mir hier die Strukturen an. Trainerteam und Vorstand zeigen mir alles, auch ein Erstligaspiel habe ich gesehen. Perspektivisch wollen wir eine Academy aufbauen“, sagt Klingbeil.
Bereits Anfang August wird eine Delegation aus Kamerun in Kassel erwartet. Ein prominenter Name soll dann ebenfalls dabei sein: Samuel Eto’o – für viele der erfolgreichste afrikanische Fußballer aller Zeiten. Damit dürfte das Projekt auch über die Region hinaus für Aufmerksamkeit sorgen.



