Die Görlitzer Bahnbrücken in Berlin, eine wichtige Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zwischen Alt-Treptow und Kreuzberg, stehen vor einer ungewissen Zukunft. Nachdem vor zwei Monaten bekannt wurde, dass die denkmalgeschützten Brücken aufgrund ihres schlechten Zustands dauerhaft gesperrt werden sollten, formierte sich massiver Widerstand in der Nachbarschaft. Nun gibt es einen neuen Plan, der die Rettung der Brücken ermöglichen soll.
Einigung auf Sanierungskonzept
Bezirk, Land und die Deutsche Bahn, der die Brücken gehören, haben sich auf ein Konzept zur Sanierung verständigt. Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) erklärte, die Sache sei „in trockenen Tüchern“ und der Plan werde nun umgesetzt. Die Deutsche Bahn hatte den Pachtvertrag mit dem Bezirk Treptow-Köpenick zum 30. Juni gekündigt, weil die Brücken durch Feuchtigkeit stark beschädigt sind und die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Eine Sanierung ist unumgänglich.
Erste Schritte: Verfüllungen entfernen
Der Bezirk soll zunächst die Verfüllungen auf den Brücken entfernen, die aus einem Sand-Kies-Gemisch bestehen und die Korrosion beschleunigt haben. Laut Bonde muss dies „so schnell wie möglich“ geschehen, um eine genauere Untersuchung der Bauwerke zu ermöglichen. Eine vollständige Sperrung während der Arbeiten und der anschließenden Begutachtung sei jedoch unvermeidbar, da die Sicherheit nicht gewährleistet werden könne.
Kostenschätzung und Beteiligung
Die Senatsverkehrsverwaltung wird den baulichen Zustand bewerten und eine Kostenschätzung erstellen. Dabei geht es sowohl um die Sicherung der Denkmäler als auch um die Wiederherstellung einer Fuß- und Radwegeverbindung. Die Deutsche Bahn hat bereits signalisiert, sich an den Sanierungskosten zu beteiligen, um einen denkmalgerechten Zustand zu gewährleisten. Die weiteren Kosten für die Wiederherstellung der Nutzbarkeit übernehmen das Land und der Bezirk.
Vorübergehende Einschränkungen
Die Bahn will die Nutzung des Bahndamms zwischen den Brücken weiterhin tolerieren, doch Radfahrer und Fußgänger müssen zeitweise Umwege in Kauf nehmen. Wie lange die Untersuchungen und die anschließende Sanierung dauern werden, ist derzeit noch offen. Die Anwohner hoffen, dass die wichtige Verbindung bald wieder vollständig nutzbar ist.



