Knapp zwei Wochen FC-Vorbereitung und zuvor jede Menge Kader-Bewegungen: Köln hatte bislang vor allem Abgänge zu verzeichnen – zehn Stück an der Zahl. Bevor der Bundesligist am Freitag ins Trainingslager nach Kitzbühel startet, schloss Trainer René Wagner (38) bewusst die Streichliste.
Wagner: „Keine Anzeichen für weitere Abgänge“
Wagner sagte: „Generell haben wir dafür gesorgt, dass bei uns auf dem Trainingsplatz nur noch Spieler stehen, die eine Rolle spielen. Es gibt keine Anzeichen für irgendeinen Spieler, dass er hier weggeschickt wird. Im Gegenteil: Jeder hat die Chance, sich in der Vorbereitung volles Brett zu zeigen.“
Das bedeutet im Klartext: Verkäufe wie bei Denis Huseinbasic (zu Braga), Trennungen wie bei Dominique Heintz (zu Fortuna Düsseldorf) oder Ausschlüsse aus der Trainings-Gruppe wie bei Imad Rondic (individuelles Training) sind aktuell nicht mehr geplant. Die noch verbliebenen Köln-Profis entscheiden in den kommenden Wochen selbst, ob sie sich mit ihrer (neuen) Rolle abfinden und am Ende bleiben wollen oder nicht – und damit auch, ob sie sich dem zunehmenden Konkurrenzkampf stellen wollen. Denn den wird es geben.
FC plant weitere offensive Verstärkungen
„Natürlich holen wir noch Spieler auf Positionen dazu, um die Qualität im Kader zu erhöhen. Das haben wir vor der Saison gesagt, dass wir besser werden und eine bessere Saison spielen wollen. Dazu gehört Konkurrenzkampf“, kündigte Wagner an. Vor allem offensiv werden die Karten komplett neu gemischt. Mit Reigan Heskey (18) ist schon ein Top-Talent dazugekommen. Dazu baggert Köln an Polen-Profi Marcel Regula (19) und will noch einen Top-Stürmer verpflichten.
Waldschmidt, Thielmann und Maina unter besonderer Beobachtung
Die neue Trainer-Ansage und Kölns Transfer-Bemühungen betreffen vor allem Wagners Wackelkandidaten. Denn Fakt ist: Für Luca Waldschmidt (30), Jan Thielmann (24) und Linton Maina (27) wird die Luft dünner. Ihre Einsatz-Chancen dürften nach einer zuletzt eher durchwachsenen Saison des Trios sinken, wenn die Spieler sich nicht erheblich verbessern.
„Aktuell gibt es keine Gedankenspiele“, versicherte der Trainer mit Blick auf mögliche weitere Abgänge. Aber schon das kommende Trainingslager in Kitzbühel (24. bis 31. Juli) und der anschließende Stadion-Härtetest gegen San Sebastian (8. August, 15.30 Uhr) dürften bei Waldschmidt, Maina und Thielmann für Klarheit darüber sorgen, wo jeder Einzelne in der kommenden Saison steht und welche Chance er bekommt. Frust-Wechsel bleiben daher möglich.
Aktuell sei allerdings noch keinem Spieler anzumerken, dass er sich hängen lässt. „Jeder Spieler muss im Training Vollgas geben. Und ich habe bei keinem Spieler ein anderes Gefühl“, sagte Wagner.



