FIFA-Krise: Top-Funktionär wirft Infantino Erpressung vor
FIFA-Funktionär erhebt schwere Vorwürfe gegen Infantino

Die FIFA steckt in einer schweren Krise: Ein hochrangiger Funktionär hat Präsident Gianni Infantino öffentlich der Erpressung beschuldigt. Der namentlich nicht genannte Funktionär wirft Infantino vor, ihn unter Druck gesetzt zu haben, um politische Unterstützung zu sichern. Der Vorfall ereignete sich im Vorfeld der geplanten Wiederwahl Infantinos 2027.

Schwere Vorwürfe gegen den FIFA-Chef

Der Funktionär, der dem Exekutivkomitee angehört, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass Infantino ihn mit Konsequenzen bedroht habe, falls er nicht seine Unterstützung für eine dritte Amtszeit zusichere. Diese Enthüllung wirft ein neues Licht auf die ohnehin angespannte Stimmung im Weltfußballverband.

Infantino, der seit 2016 an der Spitze der FIFA steht, hat sich bislang nicht öffentlich zu den Anschuldigungen geäußert. Die FIFA selbst betonte in einer Stellungnahme, dass man die Vorwürfe prüfen werde, und verwies auf interne Ethikrichtlinien.

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Hintergrund: Infantinos umstrittene Amtszeit

Die Amtszeit von Gianni Infantino war bereits mehrfach von Kontroversen überschattet. Kritiker werfen ihm einen autoritären Führungsstil und mangelnde Transparenz vor. Besonders die Entscheidung, die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar auszutragen, sorgte international für Kritik.

Zudem steht die FIFA seit Jahren wegen Korruptionsskandalen in der Kritik. Der frühere Präsident Sepp Blatter war 2015 zurückgetreten, nachdem Ermittlungen der US-Justiz weitreichende Missstände aufgedeckt hatten. Infantino versprach damals eine umfassende Reform, doch viele Beobachter sehen bis heute kaum Fortschritte.

Die Rolle des Exekutivkomitees

Das Exekutivkomitee der FIFA ist das höchste Entscheidungsgremium des Verbandes. Es besteht aus 37 Mitgliedern, die über die Vergabe von Turnieren und die Wahl des Präsidenten entscheiden. Die Anschuldigungen des Funktionärs könnten das Vertrauen in die Integrität dieses Gremiums weiter untergraben.

Der Konflikt kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Die FIFA bereitet sich auf die im Sommer stattfindende Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika vor und muss gleichzeitig die Weichen für die Zukunft stellen. Eine offene Auseinandersetzung an der Spitze könnte die ohnehin komplexen Vorbereitungen zusätzlich belasten.

Reaktionen aus dem Fußball-Weltverband

Mehrere Mitgliedsverbände haben sich besorgt gezeigt und fordern eine lückenlose Aufklärung der Vorwürfe. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erklärte, man beobachte die Entwicklungen mit Sorge und setze auf einen transparenten Dialog. Auch der europäische Verband UEFA, der in der Vergangenheit immer wieder Differenzen mit Infantino hatte, mahnte zur Einhaltung ethischer Standards.

Unterdessen spekulieren politische Beobachter, dass die Anschuldigungen die Position Infantinos bei der kommenden Wahl schwächen könnten. Offiziell hat Infantino jedoch noch nicht erklärt, ob er erneut antreten wird. Eine Entscheidung wird für das kommende Jahr erwartet.

FIFA-Sprecher weisen Vorwürfe zurück

Ein Sprecher der FIFA wies die Vorwürfe in einer ersten Reaktion als "haltlos" zurück und betonte, dass Infantino stets im Sinne des Fußballs gehandelt habe. Man werde jedoch alle notwendigen Schritte einleiten, um die Angelegenheit zu klären. Details zu möglichen internen Ermittlungen wurden nicht genannt.

Die Affäre erinnert an frühere Skandale in der FIFA-Geschichte, die den Verband wiederholt in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt haben. Ob die aktuellen Vorwürfe tatsächlich zu Konsequenzen führen, bleibt abzuwarten. Klar ist: Der Druck auf Infantino wächst.

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