Die Führungskrise bei Fortuna Düsseldorf spitzt sich zu. Aufsichtsratschef Björn Borgerding (44) und sein Stellvertreter Sebastian Fuchs (49) stehen nach der umstrittenen Personalie Michael Staade (58) als neuem Finanzvorstand massiv unter Druck. Nach Informationen der BILD droht dem Duo nun der Rückhalt im Gremium und bei den Mitgliedern zu schwinden.
Staade sorgt für Unruhe im Vorstand
Michael Staade, der auf Wunsch von Fuchs ins Amt kam, hat sich innerhalb weniger Tage mit nahezu allen im Klub überworfen. Er vermittelt den Eindruck, der Verein sei pleite, will weitere Mitarbeiter entlassen und traf bisher die wichtigsten Entscheidungen ohne Absprache mit seinen Vorstandskollegen Alexander Jobst (52) und Samir Arabi (47). Dabei hatte die Fortuna-Kasse unter dem Vorgänger Arnd Hovemann (52) stets gestimmt.
Bereits im Dezember hatte der Aufsichtsrat Jobst und Hovemann bei der Verpflichtung von Sven Mislintat (53) vor vollendete Tatsachen gestellt. Ähnlich lief es nun bei Staade: Jobst und Arabi wurden erst informiert, als die Entscheidung bereits gefallen war. „Friss oder stirb“, kommentierte ein Insider die Vorgehensweise.
Borgerding und Fuchs als Duo in der Kritik
Nach BILD-Informationen war Staade der Wunschkandidat von Fuchs. Beide hatten sich auf einer Veranstaltung kennengelernt, und Fuchs sah in Staade bereits einen „Schatten-Vorstand“ für den Notfall. Fuchs überzeugte Borgerding, und gemeinsam trieben sie die Personalie voran. Innerhalb des Aufsichtsrats gibt es jedoch immer wieder Vorwürfe, dass die beiden ihre Entscheidungen im Alleingang treffen und die anderen Mitglieder nicht einbinden. Borgerding und Fuchs verweisen darauf, dass die Prozesse sauber ablaufen und jeder eigene Kandidaten vorschlagen könne.
Das Duo wollte bewusst einen externen Finanzexperten, der nicht aus dem Fußball kommt, um neue Impulse zu setzen und die Geschäftsstelle zu verschlanken. Sie geben Staade damit faktisch einen Freifahrtschein für weitere Entlassungen. Der gesamte Aufsichtsrat hätte bei der Abstimmung sein Veto einlegen können – anders als Jobst und Arabi, die kein Mitspracherecht hatten.
Mitglieder-Forum: Rücktrittsforderungen laut
Beim Mitglieder-Forum wurde deutlich, warum Borgerding und Fuchs auf eine Absprache mit dem Vorstand verzichten. Fuchs sagte, Jobst solle als Vorsitzender nicht bestimmen, wer seine Kollegen werden. Kritiker sehen darin eine bewusste Umgehung des Vorstands. „Einfach mal miteinander zu sprechen, würde das Risiko minimieren, dass die Bosse nicht zusammenpassen“, hieß es.
Der Aufsichtsrat musste bereits bei Mislintat nach fünf Monaten reagieren – was mit Arabi immerhin gelang. Bei Staade könnte eine Reaktion schon nach fünf Wochen nötig sein. „So geht es nicht weiter!“, zitierte BILD einen Teilnehmer des Forums. Dort wurde Borgerding und Fuchs auch ein Rücktritt nahegelegt. Die Stimmungsmehrheit war eindeutig auf Seiten des Anti-Borgerding-Fuchs-Lagers.
Pleiten-Rucksack wird untragbar
Das gesamte Gremium hat in der Vergangenheit Fehler gemacht, etwa bei den nicht für die 3. Liga geltenden Spielerverträgen, die Fortuna Millionen kosteten, oder beim zu langen Festhalten an Klaus Allofs (69). Borgerding und Fuchs tragen jedoch zusätzlich die Verantwortung für die Verpflichtungen von Mislintat und Staade. Sollte sich bestätigen, was sich gerade andeutet, wird ihr „Pleiten-Rucksack“ untragbar.
Nach BILD-Informationen wollen beide bei den Aufsichtsratswahlen im November wieder kandidieren. Doch schon jetzt ist fraglich, ob sie angesichts der massiven Kritik eine Chance haben. Sollte es keine überraschende Wende bei Staade geben, müssten Borgerding und Fuchs Konsequenzen ziehen.



