Nach dem Absturz in die Drittklassigkeit umfasst der Kader von Fortuna Düsseldorf aktuell nur zehn Profis. Problem Nummer eins: Darunter befinden sich drei Nachwuchskicker und drei Spieler, die sich auf dem Absprung befinden. Problem Nummer zwei: In 18 Tagen soll die Vorbereitung für die neue Saison beginnen, die am 7. August startet.
Die Verantwortlichen in der Pflicht
In dieser schwierigen Situation kommt es jetzt vor allem auf zwei Fortunen an: Boss Alexander Jobst (52) und Neu-Manager Samir Arabi (47). Jobst setzte bereits kurz nach dem Abstieg in die 3. Liga ein starkes Zeichen und verlängerte seinen mit dem Absturz eigentlich beendeten Vertrag zu erheblich reduzierten Bezügen. Ganz klar: Er versucht, den Laden zusammenzuhalten. Jobst wandte sich dazu mit einem flammenden Video-Appell an die rund 38.000 Mitglieder.
„Wir können daraus lernen!“ „Wir können den Abstieg nicht rückgängig machen. Wir können Fehler, die auch ich gemacht habe, nicht ungeschehen machen. Aber wir können daraus lernen.“ Der Vorstandsvorsitzende verspricht: „Mit Samir Arabi übernimmt ein erfahrener Fußballfachmann und echter Teamplayer die sportliche Verantwortung. Gemeinsam mit unserem Cheftrainer Alex Ende arbeitet er bereits daran, eine Mannschaft aufzubauen, die wieder für diesen Verein kämpft.“
Die Herausforderungen im Kader
Genau daran mangelte es in der Abstiegssaison. Da stand keine wirklich verschworene Einheit auf dem Rasen. Dafür muss Arabi jetzt sorgen. Dass er die abwanderungswilligen Elias Egouli (23, Ausstiegsklausel 1 Million Euro) und Sima Souso (21, Ablöse frei verhandelbar) halten kann, ist mehr als unwahrscheinlich. Die eine Million Euro, die Satoshi Tanaka (23) bei einem Wechsel einbringen würde – Schalke ist sich so gut wie einig mit dem Japaner – benötigt Fortuna dringend. Die Verpflichtungen von Jorrit Hendrix (31, ablösefrei aus Münster) und Jomaine Consbruch (24, ablösefrei aus Fürth) gelten zwar als sicher, sind aber noch nicht offiziell verkündet.
Historische Wiederbelebungen als Vorbild
Fortuna zurück in der 3. Liga! 1993 richteten Trainer Aleksandar Ristic (82) und Geschäftsführer Paul Jäger (69) den Klub wieder auf, der mit zwei Aufstiegen in Folge 1995 wie Phönix aus der Asche erneut in der Bundesliga auftauchte. Nach dem wiederholten Absturz 1999 in die Drittklassigkeit waren es am Ende mit Umweg über zwei Jahre durch die 4. Liga Manager-Legende Wolf Werner (†76), Ex-Trainer Norbert Meier (67) und Finanzchef Werner Sesterhenn (74), die Fortuna zurück in die 1. Liga führten.
Die Blaupausen für Rückkehr-Wunder sind vorhanden. Jetzt müssen Jobst und Arabi Fortuna wiederbeleben!



