Der Traditionsverein Girondins Bordeaux steckt in einer existenziellen Krise. Die Berufungskommission der französischen Finanzaufsichtsbehörde DNCG hat den sechsmaligen Meister aus allen nationalen Ligen ausgeschlossen. Ein sportlicher Neuanfang ist maximal in der sechstklassigen R1 möglich – vorausgesetzt, der regionale Fußballverband Nouvelle-Aquitaine stimmt zu. Nun muss ein Handelsgericht über die mögliche Liquidation des Vereins entscheiden.
Millionenschwere Zahlungslücken führen zum Absturz
Grund für den harten Schnitt sind millionenschwere Zahlungslücken. Der Finanzierungsbedarf beläuft sich auf rund zehn Millionen Euro. Diese Summe resultiert unter anderem aus ausstehenden Transferzahlungen und Ausbildungsentschädigungen an andere Klubs. Bereits im April 2026 hatte die FIFA eine Transfersperre verhängt, die es Bordeaux bis Sommer 2027 untersagt, neue Spieler zu verpflichten. Der Klub kann nur auf den bisherigen Kader und eigene Jugendspieler zurückgreifen.
Vom Glanz zur Bedeutungslosigkeit
Bordeaux gehörte über Jahrzehnte zu den erfolgreichsten Klubs Frankreichs. In den 1980er-Jahren spielten deutsche Nationalspieler wie Klaus Allofs, Manfred Kaltz, Uwe Reinders und Dieter Müller für den Ligue-1-Verein. 2010 erreichte Bordeaux noch das Viertelfinale der Champions League, nachdem man in der Gruppenphase unter anderem den FC Bayern München zweimal besiegt hatte. Doch die Erfolge sind längst verblasst. Bereits 2024 wurde Bordeaux von der zweiten in die vierte Liga strafversetzt.
Investorensuche gescheitert
Ein Verkauf an den britischen Investmentfonds Sparta Capital scheiterte zuletzt. Auch die Suche nach einem anderen Investor blieb erfolglos. Die Zukunft des Traditionsklubs hängt nun von der Entscheidung des Handelsgerichts ab. Sollte die Liquidation beschlossen werden, wäre dies das endgültige Aus für einen der bekanntesten Fußballvereine Frankreichs.



