Die sportlichen Entscheidungen in der Daikin Handball-Bundesliga sind bereits gefallen. Mit einem deutlichen 39:28-Sieg in Melsungen hatten sich die Füchse Berlin vorzeitig die Vizemeisterschaft und damit das Ticket für die Champions League gesichert. Doch im letzten Heimspiel der Saison gegen die SG Flensburg-Handewitt stand nicht das Ergebnis im Vordergrund, sondern der emotionale Abschied von fünf Spielern. Die Partie endete mit einer beeindruckenden Tor-Gala der Berliner, die sich mit 43:38 (22:20) durchsetzten.
Emotionale Abschiede in der Max-Schmeling-Halle
Vor 9000 ausverkauften Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle wurde der Nachmittag zu einem besonderen Ereignis. Nach sieben Jahren und einem halben Handballleben verabschiedete sich Kult-Torhüter Dejan Milosavljev (30) vom Verein. Auch Lasse Andersson (32), der sechs Jahre lang die Treue hielt, bestritt sein letztes Heimspiel. Beide sind absolute Publikumslieblinge und wurden gebührend gefeiert. Darüber hinaus verließen Lukas Herburger (31), Nejc Cehte (33) und der von Verletzungen geplagte Valter Chrintz (26) die Füchse. Der Schwede, der in seiner siebten Saison bei den Berlinern dreimal einen Kreuzbandriss erlitt und nur 76 Spiele absolvierte, erhielt ebenfalls einen herzlichen Abschied.
Torreiche erste Halbzeit
Die erste Halbzeit war geprägt von einer offensiven Demonstration beider Teams. Mit 22:20 für die Füchse zeigten sie, warum sie zu den besten Angriffsformationen der Liga zählen. Alle 43 Sekunden fiel ein Treffer, insgesamt 42 Tore in 30 Minuten. Die Abwehrreihen und Torhüter hatten wenig zu lachen, während die Zuschauer eine spektakuläre Vorstellung erlebten.
Gidsel in Rekordlaune
Im Mittelpunkt stand einmal mehr Welthandballer Mathias Gidsel (27). Bereits vor dem Spiel wurde er zum Handballer des Jahres in Dänemark gewählt – eine Auszeichnung, die niemanden überraschte. In der Partie gegen Flensburg legte er eine unglaubliche Leistung hin. Schon nach drei Minuten erzielte er sein 300. Bundesliga-Tor und steigerte sich im Laufe des Spiels auf insgesamt 18 Treffer. Damit stellte er einen persönlichen HBL-Rekord auf, der zuvor bei 15 Toren in einem Spiel lag. Der bisherige Liga-Rekord von 21 Toren, gehalten von Ex-HSV-Profi Stefan Schröder, bleibt jedoch bestehen. Dyn-Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld kommentierte: „Der sitzt jetzt auf seinem Campingplatz in Dänemark im Liegestuhl und muss zittern. Das ist eine unglaubliche erste Halbzeit von Gidsel. Flensburg hat den gar nicht im Griff.“
Pytlick glänzt auf Flensburger Seite
Auf der Gegenseite überzeugte Gidsels künftiger Teamkollege Simon Pytlick (26) mit elf Toren. Pytlick wird ab Sommer 2027 gemeinsam mit Gidsel für die Füchse auflaufen. Spekulationen über einen möglichen früheren Wechsel im Jahr 2026 wurden jedoch von SG-Sportchef Ljubomir Vranjes (52) in der Halbzeitpause bei Dyn dementiert: „Es gibt keinen neuen Stand, wir haben alles abgesagt. Für uns ist der Fall zu.“ Das noch getrennte Duo warf an diesem Nachmittag zusammen 29 Tore – eine beeindruckende Vorstellung, die die Konkurrenz fürchten lässt.
Das Spiel endete mit einem 43:38-Sieg der Füchse Berlin und einem unvergesslichen Abschied für die scheidenden Spieler. Die Fans feierten ihre Helden und genossen eine Handball-Party der Extraklasse.



