Für Tjark Ernst beginnt ein neues Kapitel: Der 23-jährige Torhüter verlässt Hertha BSC und schließt sich dem niederländischen Spitzenklub Feyenoord Rotterdam an. Der Wechsel wurde am Donnerstagvormittag offiziell bestätigt. Ernst unterschrieb einen Vierjahresvertrag und wird künftig mit der Rückennummer 1 auflaufen. Feyenoord zahlt die festgeschriebene Ablösesumme von fünf Millionen Euro an Hertha.
Champions League statt 2. Bundesliga
Für Ernst bedeutet der Transfer den Sprung auf die große Bühne: Mit Feyenoord wird er in der kommenden Saison in der Champions League spielen. Der Klub aus Rotterdam feiert am Samstag seine Saisoneröffnung, bei der Neuzugänge traditionell per Hubschrauber ins Stadion De Kuip eingeflogen werden. Auch Ernst wird an Bord sein. „Der Klub hat große Ambitionen. Das passt zu mir“, wird der Torhüter in einer Mitteilung seines neuen Arbeitgebers zitiert.
Hertha verliert seinen konstantesten Spieler
Hertha BSC muss nun den Abgang des Spielers verkraften, der in der vergangenen Saison als der konstanteste im Team galt. Ernst bestritt insgesamt 97 Spiele für die Berliner. „Tjark hat in den vergangenen Jahren einen beeindruckenden Weg hingelegt und sich zum absoluten Stammtorwart bei uns entwickelt“, sagte Herthas Sportdirektor Benjamin Weber. Ernst ist bereits der zwölfte Spieler, der den Tabellensiebten der vergangenen Zweitligasaison verlässt. Die Zahl der Neuzugänge liegt weiterhin bei null.
Hertha hat noch drei Torhüter unter Vertrag: Marius Gersbeck, Tim Goller und Konstantin Heide. Das erklärte Ziel ist jedoch die Verpflichtung einer neuen Nummer eins. Als möglicher Kandidat gilt Florian Kastenmeier, der mit Fortuna Düsseldorf aus der 2. Bundesliga abgestiegen ist.
Ernsts Entwicklung bei Hertha
Ernst war im Sommer 2022 aus der A-Jugend des VfL Bochum zu Hertha gewechselt. In seiner ersten Saison kam er nur einmal zum Einsatz – im letzten Saisonspiel beim VfL Wolfsburg, als der Abstieg aus der Bundesliga bereits feststand. Hertha gewann 2:1, und Ernst zeigte sein Potenzial. Nach dem Abgang von Oliver Christensen wurde er zur Nummer eins. Unter Trainer Cristian Fiél verlor er Anfang 2025 zwischenzeitlich seinen Stammplatz, den er unter Nachfolger Stefan Leitl jedoch zurückerhielt.
Statistisch einer der besten Torhüter der Liga
In der vergangenen Saison steigerte sich Ernst noch einmal. Er blieb in elf Ligaspielen ohne Gegentor – nur Loris Karius (Schalke 04) war besser. Laut Statistiken verhinderte Ernst knapp neun Gegentore; nur zwei Torhüter der 2. Bundesliga waren in dieser Kategorie besser. Seine Paraden und Verlässlichkeit halfen, Herthas Defensivschwächen zu kompensieren. „Hinter den Berlinern liegt eine unbefriedigende Saison, in der das Team sein Ziel Aufstieg nie durch entsprechende Leistungen hat unterfüttern können. Ohne Tjark Ernst wäre diese Saison vermutlich noch deutlich unbefriedigender geworden“, resümiert der Bericht.



