Hoeneß: WM ohne Europäer kann man „in die Tonne treten“
Hoeneß: WM ohne Europäer in die Tonne treten

München – Bayerns Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat die geschlossene Boykottdrohung der europäischen Fußballverbände gegen die FIFA ausdrücklich begrüßt. „Ich persönlich glaube, dass die Europäer noch gar nicht wissen, wie stark sie eigentlich sind. Einen Wettbewerb ohne Europäer kannst du in die Tonne treten“, sagte Hoeneß am Rande des Testspiels des FC Bayern in Rottach-Egern.

UEFA droht mit WM-Boykott

Die 55 Mitglieder der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hatten zuvor Einigkeit demonstriert und geschlossen einen Boykott angedroht, falls die FIFA und Präsident Gianni Infantino nicht von ihrem geplanten Investorendeal abrücken. „Wir lehnen den Vorschlag der FIFA, Beteiligungsrechte an der WM und anderen FIFA-Wettbewerben auf private Investoren zu übertragen, einstimmig und unmissverständlich ab“, erklärte die UEFA. Der Weltverband will durch den Verkauf kommerzieller Rechte eine Milliardensumme einnehmen, um allen 211 Mitgliedsverbänden höhere Zahlungen zu ermöglichen.

Hoeneß unterstützt Eberl-Kritik

Hoeneß betonte, er könne mit dem klaren Statement von Sportvorstand Max Eberl „gut leben“. Eberl hatte unter anderem „Ekel“ geäußert und gesagt, er schäme sich für den neuen Einfall der FIFA. Der 74-jährige Hoeneß äußerte sich zu Infantino nur vage: „Ich habe ja eine spezielle, sehr starke Meinung. Aber es ist mir zu früh, die bekanntzugeben.“ Auf Nachfrage bestätigte er, dass diese Meinung „auf jeden Fall“ gegen Infantino gerichtet sei.

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Allianz der europäischen Verbände gefordert

Eine Diskussion über mögliche Nachfolger im Amt des FIFA-Präsidenten hält Hoeneß derzeit für verfrüht. Stattdessen hofft er, dass Europas größte Verbände eine Art Allianz schmieden und gemeinsam ihre Interessen vertreten. Die klare Haltung der UEFA sieht er als starkes Signal: Die Europäer müssten sich ihrer Macht bewusst werden, denn ohne sie sei ein WM-Turnier wertlos.

Uli Hoeneß (74) ist Ehrenpräsident des FC Bayern München und eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im deutschen Fußball. Der Konflikt zwischen FIFA und UEFA verschärft sich derzeit, da die europäischen Verbände eine Kommerzialisierung der Weltmeisterschaft durch private Investoren strikt ablehnen.

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