Der verlorene Sohn des HSV ist zurück in der Hansestadt. Nach viereinhalb Jahren als Geschäftsführer beim FC Ingolstadt haben sich Dietmar Beiersdorfer (62) und der Drittligist im Mai getrennt. Der ehemalige Star-Verteidiger der Hamburger, der mit seinem Treffer im Pokalfinale 1987 gegen die Stuttgarter Kickers (3:1) großen Anteil am Gewinn der letzten wichtigen Trophäe für das Vereinsmuseum hatte, schaut auf eine spannende Zeit in der bayerischen Fußball-Provinz zurück.
Beiersdorfer: „Wir haben uns im besten Einvernehmen getrennt“
„Wir haben uns im besten Einvernehmen getrennt. Ich werde meine Zeit beim FCI stets in sehr guter Erinnerung behalten. Ich habe den Job sehr gerne gemacht“, so Beiersdorfer. Ärgerlich für ihn, dass es mit der Rückkehr in die 2. Liga nicht klappte. Der Spieleretat im Profi- und Nachwuchsbereich musste nach dem Abstieg 2022 jedes Jahr weiter reduziert werden. Zudem wurden immer wieder die besten Spieler wie Tobias Bech (26/Aarhus), Merlin Röhl (23/Freiburg), Filip Bilbija (26/HSV), Calvin Brackelmann (26/Paderborn), Deniz Zeitler (19/Hoffenheim) oder Felix Keidel (22/Elversberg) abgegeben. Immerhin kamen so mehr als 10 Millionen Euro an Ablösesumme zusammen – außergewöhnlich für einen Klub aus der 3. Liga.
Pionierarbeit mit Sabrina Wittmann
Als echter Pionier erwies sich Beiersdorfer, als er als erster Klubboss mit Sabrina Wittmann (34) im Sommer 2024 eine Chef-Trainerin im deutschen Profifußball einsetzte: „Wir waren total überzeugt von ihr. Inhaltlich und vom Durchsetzungsvermögen her brachte Sabrina alles mit, um eine Profimännermannschaft zu führen.“ Wittmann ist nach wie vor im Amt.
Zurück an der Elbe
Nun ist Didi, der von 1986 bis 1992 in 211 Spielen für den HSV 16 Tore erzielte und später auch Sportvorstand und Vorstandsvorsitzender in Hamburg war, zurück an der Elbe. Die Pendelei aus Ingolstadt mit ein bis zwei Tagen alle drei Wochen bei der Familie hat ein Ende: „Ohne das Verständnis und die Unterstützung meiner Familie hätte das auch nicht geklappt.“ Wie lange er ohne ein neues Engagement bleiben wird, ist offen. Klar ist: Beiersdorfer hat noch lange nicht fertig: „Ich bin offen und bereit für zukünftige Projekte, im Fußball, aber auch darüber hinaus.“
Einmal HSVer, immer HSVer. Das gilt auch für den Franken. Beiersdorfer ist im Besitz von vier Dauerkarten für das Volksparkstadion, die er gerade verlängert hat. Und wird sicherlich in der neuen Saison Stammgast in der Arena sein.



