Nach DFB-Aus: Hummels fordert personelle Konsequenzen
Hummels fordert personelle Konsequenzen nach DFB-Aus

Mats Hummels hat nach dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2026 deutliche Kritik an den Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geübt und personelle Konsequenzen gefordert. Der 37-jährige Innenverteidiger, der selbst nicht mehr im Nationalteam steht, äußerte sich in einem Interview mit MagentaTV und ließ kein gutes Haar an der Führung des Verbandes.

Hummels: „Es fehlt an klaren Strukturen“

„Es muss sich endlich etwas ändern. Wir haben in den letzten Jahren immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Es fehlt an klaren Strukturen und einer langfristigen Strategie“, sagte Hummels. Der Weltmeister von 2014 forderte, dass die Verantwortlichen um DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Sportdirektor Rudi Völler die Konsequenzen ziehen müssten. „Es kann nicht sein, dass wir nach jedem Turnier dieselben Diskussionen führen. Irgendwann muss man handeln.“

Das DFB-Team war bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko bereits in der Gruppenphase gescheitert. Nach einem Sieg gegen Saudi-Arabien, einem Unentschieden gegen Dänemark und einer Niederlage gegen Spanien reichte es nur zum dritten Platz in der Gruppe. Damit verpasste die Mannschaft erstmals seit 2018 wieder die K.-o.-Runde.

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Kritik an der Nachwuchsarbeit

Hummels kritisierte vor allem die mangelnde Nachwuchsförderung. „Wir haben in Deutschland so viele talentierte Spieler, aber wir schaffen es nicht, sie richtig auszubilden und auf die große Bühne vorzubereiten. Das liegt an den Strukturen in den Vereinen und im Verband.“ Er verwies auf die Erfolge anderer Nationen wie Spanien oder Frankreich, die in den letzten Jahren kontinuierlich starke Mannschaften hervorgebracht hätten. „Die haben ein klares Konzept, wir dagegen nicht.“

Der ehemalige Bayern-Star forderte eine umfassende Reform der Talentförderung. „Wir müssen weg von kurzfristigen Erfolgen und hin zu einer langfristigen Entwicklung. Das fängt bei den Trainern an und hört bei der Ausstattung der Leistungszentren auf.“

Reaktionen aus dem DFB

Der DFB hat auf die Kritik von Hummels bislang nicht offiziell reagiert. Allerdings gab es hinter den Kulissen bereits Gespräche über die Zukunft des Verbandes. Sportdirektor Rudi Völler stellte sich nach dem Turnier vor die Mannschaft und übernahm Verantwortung, sprach aber nicht von personellen Konsequenzen. „Wir werden alles analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen“, sagte Völler lediglich.

Bundestrainer Julian Nagelsmann, der erst vor einem Jahr das Amt übernommen hatte, steht ebenfalls in der Kritik. Hummels äußerte sich jedoch zurückhaltend zu Nagelsmann: „Julian ist ein guter Trainer, aber er kann auch nur mit dem arbeiten, was er hat. Die Probleme liegen tiefer.“

Auswirkungen auf die Zukunft

Das frühe Aus bei der WM hat erneut eine Debatte über die Zukunft des deutschen Fußballs entfacht. Experten fordern eine grundlegende Neuausrichtung des DFB. Hummels‘ Forderung nach personellen Konsequenzen könnte dabei der Auftakt für eine größere Reform sein. Die nächste große Herausforderung für die Nationalmannschaft ist die Europameisterschaft 2028, die in Deutschland stattfinden soll. Bis dahin will der DFB die Weichen neu stellen.

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